Jahrgang 
23 (1829)
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beſchweren haben. Es iſt unglaublich, welche Miß⸗ verſtaͤndniſſe daher entſtehen, wenn man dieſen Rath nicht befolgt. Eben ſo nachtheilig iſt es, wenn der Lehrer zu allgemeine Anweiſungen giebt. Es iſt nichts gewiſſer, als daß ein Lehrling, dem immer voorgepredigt wird, er moͤge auf Alles achten, auf Nichts gruͤndlich achten werde, indem ein ſolcher in der That nicht weiß und wiſſen kann, wo ſeine Auf⸗ ſicht Nutzen ſtiftet oder nicht. Von der ſtrengen Be⸗ folgung der Regel, daß der Dirigent eines großen Ge⸗ ſchaͤfts einem jeden Einzelnen den Kreis ſeiner Wirk⸗ ſamkeit genau bezeichne, haͤngt es ab, ob ein ſolches ohne Stockung und raſch vorſchreitet, oder nicht. Daſ⸗ ſelbe gilt von der Wirkſamkeit der Aufſeher. Wenn dieſe ſtatt einer weitlaͤuftigen, muͤndlichen Anweiſung bei dem Anfange der Arbeiten jeden Arbeiter bis zu dem Orte der Arbeit bringen, ſo reichen einige Worte hin, um ſich verſtaͤndlich zu machen, und die Arbeit beginnt gleich einer Maſchine, die, einmal aufgezogen, auf laͤngere Zeit in Bewegung bleibt. Aber die Quelle

geringer Arbeitsausrichtung und nachmaliger Zaͤnkereien

zwiſchen den Aufſehern und Arbeitern, iſt der gewoͤhn⸗ liche Fehler der erſtern, daß ſie nicht verſtehen, jeden Einzelnen mit einer beſtimmten Anweiſung ſchnell auf ſeinen Platz zu ſtellen. Unentſchloſſenheit und Verzoͤ⸗ gerung in den Befehlen veranlaſſen nicht nur Verzoͤ⸗ gerungen der Geſchaͤfte ſelbſt, ſondern ſie erzeugen bei den Arbeitern leicht Mißmuth und Verdruß, bei denen