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„Als man kaum eine Idee hatte von veredelter Schaaf⸗ zucht, hat dieſe Kranlheit bei uns graſſirt, ſo nach den Verſicherungen eines alten Schaͤfers erſtaunend in der erſten Haͤlfte des 18ten Jahrhunderts im Saalkreiſe, und ſie ſoll ſich nur dann erſt verloren haben, als man nachmals ſpaniſche Boͤcke mit Landſchaafen paarte. Ferner:
E. C. Frank in ſeinem ausfuͤhrlichen Aufſatze uͤber die Traberkrankheit(Landwirthſch. Zeitung, her. von Schnee, 1820. Sept. St. 38 u. 39.) ſagt: „Mir ſind alte Oekonomen bekannt, deren Großvaͤter die Traberkrankheit gekannt hatten; ſie ſelbſt verſicher⸗ ten, die Krankheit habe, wiewohl weniger ausgedehnt, ſchon vor funfzig Jahren geherrſcht”*. In Thuͤringen kenne er eine ſehr ſtarke Schaͤferei, in der vor hun⸗ dert Jahren die Krankheit bereits einheimiſch war. Auch in ganz unveredelten ſey ſie noch jetzt; er ſelbſt kenne eine, von Anderen ſeyen ihm mehrere genannt worden. Endlich: J. G. Elsner in ſeiner Ueber⸗ ſicht der europaͤiſchen veredelten Schaafzucht ſagt: „Die Krankheit iſt in Sachſen laͤngſt einheimiſch, be⸗ ſonders im Fuͤrſtenthum Deſſau.“
Was mich betrifft, ſo habe ich vor ſechs Jahren einige traberkranke Schaafe aus der Heerde eines er⸗ grauten Gutsbeſitzers, der in einem mit der Stadt Zuͤl⸗ lichau grenzenden Dorfe wohnt, erhalten, die nicht im geringſten veredelt worden war, und aus ganz groben Landſchaafen beſtand. Der Beſitzer, welcher das Gut
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