Jahrgang 
33 (1833)
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ſeiner Einleitung zur Landwirthſchaft 1750 geliefert zu haben, wo er das Uebel fuͤr anſteckend haͤlt, alſo auch wahrſcheinlich als Heerdenkrankheit beobachtet haben wird. Seit ſeiner Zeit hat man bis auf die neueſte Epoche, worin die feinwolligen Heerden einen Reichthum des groͤßeren Gutsbeſitzers auszumachen an⸗ fingen, keine Kenntniß von der Traberkrankheit in dem gelehrten Publikum gehabt, wiewohl ſie den Schaͤ⸗ fern bekannt genug geblieben iſt; und da nun alle

die von der Mitte des vorigen Jahrhunderts bis

faſt zu dem Ende des zweiten Dezennii unſeres Jahr⸗ hunderts herausgekommenen Werke uͤber Schaafzucht, ſo weit ich ſie kenne, und ſelbſt die beſten von ihnen, z. B. der ausgezeichnet gute Schaͤfer⸗Katechismus von D'Aubenton gar keine Beſchreibung der Traber⸗ krankheit lieferten, verfiel man auf die Idee: die Traberkrankheit muͤſſe wohl eine eigenthuͤmliche Krank⸗ heit der Merinos ſeyn, und wollte ſogar meinen, z. B. v. Richthofen, ſie ſey aus dem Orient zu uns gekommen.

Daß dieſe Annahmen die unrichtigen waren, be⸗ ſtaͤtigte ſich aber immer mehr und mehr, indem viele Berichte bekundeten, wie die Traberkrankheit ehedem ſogar ſehr ausgebreitet in verſchiedenen, mehrentheils ganz und gar unveredelten Heerden graſſirt habe. Als Beiſpiele fuͤhre ich an:

Aus W. Albert Beobacht. u. Erfahr. uͤber die boͤsartige Klauenſeuche unter den Schaafen, S. 43.