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ſeit mehr als vierzig Jahren ſelbſt bewirthſchaftet, ver⸗
ſicherte mir, er habe, ſo lange er denken koͤnne, immer
ſchon Traberſchaafe und oft in merklicher Menge in
ſeiner Heerde gehabt.
Dann duͤrfte auch wohl die allgemeine Bekannt⸗ ſchaft ganz alter Schaͤfer mit den rohen Benennun⸗ gen der Krankheit, als Traber, Knupper, Gnaupper, Drab, Spruckigkeit eine Andeutung gewaͤhren, daß das Uebel nicht leicht fuͤr ein neu erlangtes anzuſe⸗
hen ſey.
Es ſcheint allerdings wohl richtig zu ſeyn, daß mit der Veredlung der Heerden auch die Krankheiten der Schaafe(bei der kuͤnſtlicheren, oft minder naturge⸗ maͤßen Haltung derſelben) im Allgemeinen zugenommen haben(vorzuͤglich ſolche, welche ſich gern als Ent⸗ wickelungs⸗Krankheiten einfinden: die Dreh⸗ und Tra⸗ berkrankheit). Zieht man dabei zugleich in Betracht, daß in den neueren Zeiten eine Schaafheerde einen um ein mehrfaches hoͤheren Werth gegen ehemals hat, ſo laͤßt es ſich wohl erklaͤren, warum man jetzt erſt auf Uebel aufmerkſamer geworden iſt, deren Abwendung fruͤher rein den Schaͤfern uͤberlaſſen wurde, waͤhrend der Beſitzer der Schaͤferei ſelbſt das Uebel kaum oder gar nicht kennen lernte.
Deßhalb wohl haben wir erſt ſeit dem Jahre 1820 eine genauere Beſchreibung der Traberkrankheit durch einen Oekonom, Ernſt Karl Frank zu Gleina im Herzogthum Altenburg, in einer recht guten Ab⸗


