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Duͤngung bamit vereint iſt; wo aber den Duͤnger her⸗
nehmen? Futter bauen! gut, Futter waͤchſt aber nur auf Boden, der ſchon in Kultur iſt, das iſt es aber, worauf ich hauptſaͤchlich aufmerkſam machen will, daß unſer Boden außer aller Kultur iſt. Durch den an⸗ geſtrengten Getreidebau ſeit den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts iſt er ſo total ausgeſogen, daß es ganze Flaͤchen giebt, die keinen Grashalm mehr tragen, und daher kommt es denn, daß bei einer beſſeren Fuͤtterung oft die ganze Ernte nicht zureicht, ſondern noch Getreide fuͤr's Zugvieh und Heu fuͤr's Nutzvieh gekauft werden muß. Die einzige moͤgliche Weiſe, einen ſolchen Boden zu kuriren, wird man ſagen, iſt, ihn einzudreeſchen; ein Boden aber, der, ſei⸗ ner fruͤheren Mißhandlung wegen, die Kraft zur Bil⸗ dung eines guten, ich moͤchte ſagen, nothduͤrftigen Ra⸗ ſens verloren, dem hilft auch das Eindreeſchen nichts: denn nur weniges Schaafpoieh findet eine nothduͤrftige Nahrung. Ich habe auf einem fuͤnfjaͤhrigen Dreeſch, bei guter Behandlung der Brache und Saatfurche, zwar beſſeren Roggen als meine Nachbaren, aber im Verhaͤltniß der darauf verwendeten Koſten eine miſe⸗ rabele Ernte gehabt: nulla regula sine exceptione.
Dies alte Sprichwort muß ich hinſetzen, um nicht mißverſtanden zu werden; durchweg iſt der Bo⸗ den nicht ſo ſchlecht, eben ſo wenig, wie es ein Grund⸗ ſtuͤck geben kann, bei dem nicht wenigſtens ein kleiner


