Jahrgang 
24 (1829)
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ſtarificiren, tiefe Einſchnitte in ſelbige zu machen, bis ſie ſtark blutet. Dieſer oͤrtliche Aderlaß verhindert, wenn er zeitig vorgenommen wird, immer den Brand.

Bis zum 11ten Tage nach der Impfung war in meiner Heerde Alles recht gut gegangen: die Thiere hatten nur wenig Fieber gehabt und unmerklich vom Freſſen abgelaſſen. Sie gingen auf ihre gewoͤhnliche Weide, wo ſie aber mit den Dorfſchaften, welche die natuͤrlichen Pocken hatten, nicht zuſammen kamen. Beſonders war die Munterkeit bei den Mutterſchaafen und Laͤmmern auffallend. Fruͤher hatte ich immer ge⸗ hoͤrt, daß die Mutterſchaafe, wegen groͤßerer Reizbar⸗ keit ihres Nervenſyſtems, am meiſten litten, und daß bei ihnen die groͤßte Sterblichkeit ſich zeigte. Da man in einer benachbarten großen Schaͤferei impfen wollte, ſo wurden von mir drei am Schwanze geimpfte Ham⸗ mel dorthin geſchickt, und weil die Wahl der Impf⸗ ſtelle uns damals noch gleichguͤltig ſchien, die etwas bequemere am Schwanze vorgezogen.

Plöͤtzlich ergab es ſich nun in meiner Heerde, daß uͤber dreißig am Schwanze geimpfte Hammel und mehrere Hammellaͤmmer an den inneren unbehaarten Schenkeln die allgemeinen Blattern hatten, obgleich ihre Impfpocke ſchon reife Lymphe zeigte. Ehe ich dies bemerkte, hatte ich gerade diejenigen Schaafe, bei denen die Pocke, wie oben bemerkt worden, nicht aufgegangen war, ſaͤmmtlich am Schwanze geimpft; es gereuete mich nun ſehr, da ich ſchon jetzt großen Ver⸗