Jahrgang 
24 (1829)
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dacht wider die Impfung am Schwanze hegte. Meh⸗ rere von den Hammeln, bei denen ſich allgemeine Blattern zeigten, wurden bald heftig krank, die Blat⸗ tern nahmen eine flache Geſtalt an, liefen in einan⸗ der und ergriffen die ganze Flaͤche des unteren Bau⸗ ches. Dies war auch bei einem der nachgeimpften Mutterſchaafe der Fall. Der Kopf trieb auf, ſo daß die Augen verſchwollen, und Maul und Naſe waren gleichfalls mit Blattern bedeckt. Die Freßluſt nahm ab, weil die Kinnladen nicht frei bewegt wer⸗ den konnten, auch das innere Maul und die Schleim⸗ haͤute des Schlundes ergriffen waren. Mit geifern⸗ dem Maule, uͤbelriechendem Athem und Knirſchen mit den Zaͤhnen zeigten die Kranken das hoͤchſte thieriſche Elend. Da ſie nicht mehr freſſen konnten, ſo wur⸗ den ſie mit Mehlſuppe gefuͤttert; ich glaubte ſie hin⸗ halten zu koͤnnen, bis die boͤsartigen Pocken verſchwaͤn⸗ den. Sie verſchwanden auch wirklich, aber immer nur wenige Tage vor dem Tode der armen Thiere. Wahrſcheinlich warfen ſie ſich dann auf innere edlere Theile, und fuͤhrten ſo den Tod herbei. Die von ſchwarzem Blute ſtrotzenden Gefaͤße, und die wirklich vorhandenen Pocken auf den Lungenfluͤgeln und inne⸗ ren Bedeckungen berechtigen zu dieſer Annahme. Von 300 am Schwanze geimpften Thieren habe ich 9 Stuͤck verloren, hingegen iſt von einer gleichen am Ohr geimpften Zahl weder eins krepirt noch er⸗ krankt. Wie bedauerte ich's nun, nicht alle Schaafe