Jahrgang 
24 (1829)
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mit kultivirtem Impfſtoff vaccinirt wird. Er fand den Impfſtoff aus der 9ten Propagation in ſeinen Wirkungen dem aus einer natuͤrlichen Blatter voͤllig gleich. Demnach iſt alſo die ſo haͤufig verbreitete Meinung, deren Urheber der beruͤhmte Peſſina war, daß der Impfſtoff durch fortſchreitende Kultur immer milder werde, unrichtig; denn auch ich, und viele auf⸗ merkſame Beobachter in hieſiger Gegend, die wir aus der 10ten und 12ten Propagation und bei kuͤhlem Wetter impften, haben davon eher das Gegentheil wahrgenommen. Mirr ſcheint dies Milderwerden auch etwas ungereimt zu ſeyn: denn muͤßte nicht der Impf⸗ ſtoff, der durch fortgeſetzte Kultur immer ſchwaͤcher werden ſoll, am Ende ſeine ganze Wirkſamkeit ver⸗ lieren? Peſſina und Hr. v. Ehrenfels haben ſich alſo darin gewiß geirrt*).

In der Schaͤferei, woher ich den Impfſtoff er⸗ hielt, waren alle Thiere am Schwanze geimpft, welche Stelle man mir denn auch, weil am 11ten Tage noch nichts krepirt war, als die beſte empfahl. Da mei⸗ nen Mutterſchaafen und Zibbenlaͤmmern die Schwaͤnze etwas kurz abgeſchnitten waren, ſo ſchien es mir den⸗ noch bedenklich, bei dieſen am Schwanze zu impfen: ich fuͤrchtete, daß die Entzuͤndung hier leicht den Maſt⸗

*) Man leſe in dieſer Bezlehung, Moͤglinſche Annalen XX. Band. pag. 579 Zeile 1 von unten.Ich be⸗ merke u. ſ. w. d. R.