thene oͤftere Unterſuchung und Abſonderung der befal⸗ lenen Thiere ſchien mir natuͤrlich keinen Schutz gegen das weitere Umſichgreifen zu gewaͤhren. Freilich war es mir nicht unbekannt, daß die heißen Sommermo⸗ nate dem gelinden Verlaufe nicht guͤnſtig ſind, allein ich glaubte zwiſchen zwei Uebeln das kleinſte zu waͤh⸗ len, wenn ich impfte. Da man zu Soͤhlde im Hil⸗ desheimſchen die Impfung vorgenommen hatte, ſo fuhr ich dorthin, wie der Impfſtoff gerade waſſerhell, mithin zeitig war, und holte zwei am Schwanze ge⸗ impfte Schaafe, die bei einer voͤllig ausgebildeten Impfpocke keinen krankhaften Zuſtand verriethen. Es wird den meiſten Leſern der Annalen bekannt ſeyn, daß nach den Verſuchen von Kauſch und Muͤller al⸗ lein dieſer waſſerhelle duͤnnfluͤſſige Impfſtoff mit Si⸗ cherheit zu gebrauchen ſeyn ſoll— obgleich man auch unbedenklich mit Blut impfen kann— er findet ſich zwiſchen dem 11ten und 13ten Tage in der Impf⸗ pocke; die ſpaͤtere zaͤhe oder gar eiterartige Materie bildet falſche, nicht ſchuͤtzende Blattern, die einen un⸗ gleich ſchnelleren Verlauf nehmen. Schon drei Tage nach der Impfung findet ſich in dieſen falſchen Pocken Eiter, und am 10ten Tage iſt gewoͤhnlich ſchon der ſie bedeckende Schorf abgefallen. Nach den Erfah⸗ rungen des Hrn. Dr. Muͤller zu Winzig in Schleſien, welcher viele Verſuche uͤber die Wahl des beſten Impf⸗ ſtoffes anſtellte, iſt es voͤllig einerlei, ob mit der waſ⸗ ſerhellen Lymphe aus einer natuͤrlichen Pocke, oder G A 2
Jahrgang
24 (1829)
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten


