Jahrgang 
22 (1828)
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VII

und wenn ſeine Freunde ihn beſuchten, vergaß er nicht ſelten die Krankheit, und ſprach eben ſo gern uͤber ernſte land⸗ und ſtaatswirthſchaft⸗ liche, als uͤber ſcherzhafte Dinge und Schwaͤnke. Im Laufe des Sommers nahmen jedoch ſeine Kraͤfte immer mehr und mehr ab, er hoͤrte gern ſprechen, uͤber was es auch ſeyn mochte, ſprach ſelbſt aber ſehr wenig, ſelbſt nicht uͤber Schaafzucht und Wolle, woruͤber er bis dahin mit großer Lebhaftigkeit und Vorliebe gedacht und geſprochen hatte, ſo, daß ihm junge Thiere aus der hieſigen Schaͤferei nicht ſelten an ſein Krankenbette gebracht werden mußten, die er ſo genau als es ihm moͤglich war, unterſuchte und dann foͤrmlich ſchmeichelte und liebkoſete. Vom Auguſt an ſprach er ſehr wenig, ja faſt gar nichts mehr anhaltend und im Zuſammen⸗ hange, und die ganze linke Seite war ihm ge⸗ laͤhmt. In dieſer Zeit ſchien ihn bei ſeinen Leiden beſonders der Gedanke an Liebe und Freundſchaft zu beſchaͤftigen; nicht ſelten muß⸗ ten ihm ſeine Kindeskinder gerufen und gebracht werden, die er dann auf das zaͤrtlichſte liebko⸗ fete und kuͤßte, und nicht ein, ſondern meh⸗ rere Male hat er ſeine Umgebung gefragt, ob ſie wohl glaubte, daß er Feinde habe, und wenn dieſe: nein antwortete, ſo ſchien er uͤber⸗