Jahrgang 
21 (1828)
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ſollte. Viele in jeder Hinſicht tuͤchtige Landwirthe beobachten bei Beſtimmung der Fuͤtterung die Ver⸗ aͤnderung des Wetters zu wenig, geben dem Schaͤfer, welcher durch taͤgliche Anſchauung auch durch ſein Ge⸗ fuͤhl geleitet Ruͤckſicht auf die Wetterveraͤnderung neh⸗ men moͤchte, ſtrenge Fuͤtterungs⸗Vorſchriften nach Maaß und Gewicht, welche regelmaͤßig tagtaͤglich be⸗ folgt werden muͤſſen, es ſey feucht oder trocken, ſtuͤr⸗ miſch oder ſtill, eine Kaͤlte von 20 Graden oder an⸗ gemeſſene Winter⸗Temperatur von 1 6 bis 8 Gra⸗ den, die Staͤlle ſeyen kalt oder warm, wiewohl es in die Augen fallend und natuͤrlich iſt, daß dem wi⸗ drigen Einfluſſe unguͤnſtiger Witterung auf das da⸗ gegen ſehr empfindliche Schaaf durch kraͤftige Nah⸗ rung entgegen gewirkt werden muͤſſe, welche vermehrte Ausgabe des Futters, ſobald beſtaͤndiges angeneh⸗ mes Wetter eingetreten iſt, ſehr leicht wieder erſpart werden kann.

Eine aͤhnliche falſch angebrachte Sparſamkeit iſt es, welche haͤufig, wie auch in dieſem Jahre geſchah, die ſpaͤte Herbſtweide den Schaafen nachtheilig macht, wenn, durch den Anſchein betrogen, der Wirth ſich verleiten laͤßt, nach den gefuͤllten Baͤuchen der von der Weide heimkehrenden Thiere zu ſchließen, daß ſie ſattſam genaͤhrt ſeyen, und er ihnen dann, um die lange Nacht zu verkuͤrzen, ein Nebenfutter von Win⸗ terſtroh reicht. Das Futter, welches die Thiere nach eingetretenen ſtaͤrkeren Froͤſten ganz vorzuͤglich auf den