Jahrgang 
21 (1828)
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land geſchieht, hervorzubringen, weil dort die Wollen, bei uns aber das Fleiſch der Schaafe als Nebenpro⸗ duct betrachtet werde.

Auf dem Berliner Markte war eine bedeutende Frage nach zu Kammgarn tauglicher Wolle, und be⸗ ſonders kauften die Herren Eichel, Pfennig und Kra⸗ mer aus Eiſenach viel davon, doch zahlten ſie im Durchſchnitt wenig uͤber 50 Thaler pro Centner, und aͤußerten, daß die engliſche Kaͤmmwolle zu ſtark und hart zu ihren Fabrikaten ſey. Wie denn auch in Schweden die engliſchen Zeuge der Art nicht mehr beliebt ſind. Aus denen bereits gemachten Fortſchrit⸗ ten laͤßt ſich aber der Schluß ziehen, daß bald auch in dieſen ſchlichten Wollen, das Vorzuͤgliche, hoͤhere Preiſe erlangen wird. Sobald dieſe Zeuge allge⸗ mein werden, wird auch das ſchoͤne, leichte, ſanfte geſucht und gezahlt werden, und mit der Annehm⸗ lichkeit der Waare ihre Conſumtion ſteigen.

Ein Aufſatz in der Beilage der allgemeinen Zei⸗ tung Nr. 123. entwickelt mit Umſicht, wie ein Miß⸗ wachsjahr der Wolle leichter, als ein Mißwachs des Getreides entſtehen koͤnne, und in vielfacher Hinſicht duͤrfte auch das gegenwaͤrtige Jahr dahin gerechnet werden. Zwar geben Heerden, welche ganz richtig behandelt worden, einen reich zu nennenden Woller⸗ trag, und fuͤtterten ſich waͤhrend des Winters ſehr gut, allein das Fehlerhafte in der Schaafhaltung iſt noch weit allgemeiner verbreitet, als man erwarten