Die Hitze des vergangenen Sommers muͤßte nach vielfach wiederholten Beobachtungen einen ſehr großen Verluſt der Laͤmmer an der Drehkrankheit veranlaſſen, wenn dieſe nicht wiederum da, wo man ſie vor der Hitze minder verwahrt hielt, bald in Folge heftiger Regen und des Sandfreſſens, bald der Duͤrre wegen, ſehr gelitten haͤtten. Hieraus entſtand allgemeine Schwaͤche der Thiere, beſonders des Magens, der Gedaͤrme und mit ihnen leidender Theile, und dieſe veranlaßte eine Schwaͤche der Le⸗ benskraft, woraus viele Wurmkrankheiten und aſthe⸗ niſche Entzuͤndungen der leidenden Theile der Ein⸗ geweide entſtanden. Dieſe moͤgen den Andrang des Bluts zum Kopf haͤufig verhindert haben, verklei⸗ nerten aber dagegen die Laͤmmerhaufen auf andere Weiſe ſo ſtark, daß 10, haͤufig auch 50 pCt. ver⸗ loren wurden. Es giebt jedoch Heerden, welche ganz verſchont geblieben ſind. Nach meiner Anſicht und vermeinten Erfahrung ſind zwei⸗ und dreijaͤhrige Dreeſchweiden, ſobald ſie den Laͤmmern als Haupt⸗ nahrung, ſey es auch auf kurze Zeit, angewieſen werden, die haͤufigſte Veranlaſſung, zumal wenn haͤufiger Genuß beſandeter Brachpflanzen ſie vorher angegriffen hat. Den ſtaͤrkſten Ausbruch aber aͤußer⸗ ten dieſe Krankheiten, wenn nach Gewitterregen im Juli und Auguſt viele junge weiche Graͤſer, vor allen die Kroͤtenhirſe(panicum glacum), haͤufig vor⸗ ſproſſen, und als Hauptnahrung genoſſen werden.
Jahrgang
20 (1827)
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten


