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Schaafen, wie bei Menſchen, falſche Pocken geimpft, und dadurch die Empfaͤnglichkeit fuͤr die wahren nicht unterdruͤckt. Ich habe ſogar neuerlich ein Beiſpiel gehabt, wo man die Raͤude fuͤr Pocken anſah, und jene impfte. Auch werden noch immer bei den Schaafen Verſuche mit den Kuhpocken gemacht, un⸗ geachtet es durch die genauen, in Paris veranſtalte⸗ ten Verſuche entſchieden iſt, daß ſie wohl eine Puſtel hervorbringen, aber kein Schutzmittel bei den Schaa⸗ fen ſind. Solche Unwiſſenheit iſt ſogar bei den Thieraͤrzten noch haͤufig.
Soll ich durch Ew. Hochwohlgeboren Vermitte⸗ lung den von mir hoͤchſt geehrten Meklenburg'ſchen Landſtaͤnden einen Rath geben, ſo iſt es der: die Impfung der Laͤmmer durch Beiſpiele und Unterricht moͤglichſt zu verbreiten, ſie aber nicht geſetzlich zu erzwingen, und einem Jeden die Freiheit zu laſſen, zu impfen wenn er will, doch mit der Verpflichtung, ſeine Nachbarn davon zu benachrichtigen, damit ſie ihre Vorkehrungen nach Willkuͤhr treffen koͤnnen.
Mit Vergnuͤgen habe ich dieſe Gelegenheit er⸗ griffen, durch Beantwortung der mir vorgelegten Fragen die ausgezeichnetſte Hochachtung zu bezeugen, womit ich verharre
Ew. Hochwohlgeboren Möͤglin, den 28ſten Nov. 1827. ganz gehorſamer Thaer.


