Jahrgang 
20 (1827)
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Man ſollte eine Schaͤferei als eine Werkſtatt betrachten, deren Zweck es iſt, eine beſtimmte Quan⸗ titaͤt Futter in Geld zu verwandeln. Das Futter iſt das rohe Material, und die Thiere ſind die Arbeiter der Werkſtatt, durch welche die Verwandlung ge⸗ ſchieht. Die vollkommenſten dieſer Arbeiter ſind nicht die, welche die groͤßte Geldſumme erzeugen, ſondern diejenigen, welche eine beſtimmte Quantitaͤt Futter in die großte Geldſumme verwandeln, oder mit an⸗ dern Worten, die, welche dem Eigenthuͤmer das Fut⸗ ter am theuerſten bezahlen. Setzen wir eine Schaͤ⸗ ferei, welche jaͤhrlich ein Aequivalent von 200 Mil⸗ liers Heu, theils als trockenes, theils als gruͤnes Futter verzehrt, ſo iſt es in oͤkonomiſcher Beziehung beinahe ganz gleichguͤltig, ob dieſe Schaͤferei aus 100 Thieren von großer Statur, oder ob ſie aus 150, ja ſelbſt 200 Thieren von mittler oder kleiner Sta⸗ tur beſteht, wenn nur der Verkaufswerth der Wolle in beiden Faͤllen gleich iſt. Dieſem nach beſteht die Vollkommenheit, oder der wahre Werth einer Sub⸗ raſſe, oder einer beſondern Varietaͤt der Merinos, nicht ausſchließlich in der Statur der Thiere, noch in dem Gewichte jedes einzelnen Vließes, ſelbſt nicht in der Feinheit der Wolle, ſondern nur in der Voll⸗ kommenheit hinſichtlich dieſer drei Qualitaͤten und in dem hoͤchſten Preiſe, zu welchem das Futter bezahlt wird.

Es iſt wohl gewiß, daß ein Thier von großer

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