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Man erinnere ſich, daß 45 inokulirte Schaafe, unter andern von den Schaafpocken auf dem na⸗ tuͤrlichen Wege angeſteckte Thiere gemiſcht wurden, ohne daß bei ihnen die Pockenkrankheit ſtaͤrker und boͤsartiger geworden waͤre, als ſie bei denen war, die nach der Inokulation von andern angeſteckten entfernt gehalten wurden. Aus dieſer an ſich wichtigen Bemerkung, laͤßt ſich die Folgerung zie⸗ hen: daß die durch die Inokulation mitgetheilte Pockenanſteckung, weit geſchwinder, und im gan⸗ zen betrachtet auch weit gelinder von Statten ge⸗ het, als die, welche auf dem natuͤrlichen Wege den Thieren mitgetheilt wird; denn die Wirkung der Inokulation zeigt ſich bei den Thieren gewoͤhn⸗ V lich ſchon am zweiten Tage nach der Impfung, dahingegen die Folgen der natuͤrlichen Anſteckung ſelten eher, als etwa am funfzehnten Tage ſicht⸗ bar werden.—
Es iſt bekannt daß die Pocken, wenn ſie ſich einer Heerde auf dem natuͤrlichen Wege bemaͤchti⸗ gen, ſowohl am Anfange als auch am Schluſſe,
ſich
auf irgend eine Weiſe verletzt werde; denn dergleichen Ver⸗ letzungen ſind Urſach an den oben bemerkten boͤsartigen Ge⸗
ſchwuͤren, und andern ſehr nachtheiligen Uebeln. A. d. u.


