Jahrgang 
7-12 (1810)
Einzelbild herunterladen

(689)

ſich ziemlich gelinde zeigen, und ihre meiſten Ver⸗ heerungen erſt in der zweiten Anſteckungsperiode anrichten. Es iſt alſo den Schaafvieh⸗Beſitzern nichts dringender zu empfehlen, als daß ſie, ſo⸗ bald ſie einige, von den Pocken angeſteckte Indivi⸗ duen, ihrer Heerde bemerken, ſogleich allen uͤbri⸗ gen die Krankheit einimpfen; als wodurch ſie dann einen ihnen drohenden Verluſt unfehlbar entgehen.

Die Behandlung der Thiere, welche bei der Verſuchsheerde als zweckmaͤßig befunden worden, iſt folgende: ſie maͤßig zu naͤhren, entweder, nach Maaßgabe der Jahreszeit, auf einer geſunden Weide, oder zu Hauſe, mit Stroh von Huͤlſen⸗ fruͤchten, oder noch lieber mit Klee⸗ und Luzern⸗ heu; zum Getraͤnk ihnen Waſſer mit etwas Mehl und ein wenig Eſſig gemiſcht zu geben; den Stall immer offen und luftig zu erhalten, ſo daß die von der Inokulation kranken Thiere, nach Gefallen außer⸗ oder innerhalb des Stalles ſeyn koͤnnen. Der Honigwein wurde ihnen als ein Staͤrkungs⸗ mittel gereicht.

Anſtatt uns des Brenneiſens bei etwa vorkom⸗ menden boͤsartigen Geſchwuͤren zu bedienen, fan⸗ den wir, um die Fortſchritte der Faͤulniß aufzu⸗ halten, und das Abfallen der Schoͤrfe zu erleich⸗ tern und zu beſchleunigen, den Gebrauch einer Ab⸗

Sdaers Annal. VI. Jahrg. H. Bd. 5. u, 6. St. Yy