(637)
Bei dieſer Empfehlung duͤrfen wir jedoch nicht unterlaſſen, die Leſer auf die ſchon zuvor angege⸗ benen, von uns gemachten Erfahrungen hier noch einmal aufmerkſam zu machen.
Die Pockeninokulation hat, wie bereits geſagt worden, faulige Eiterungen veranlaßt, ſo wie auch krebsfraßige Schoͤrfe gebildet, welche nach ihrem Abfallen breite und tiefe Wunden zuruͤck lie⸗ ßen. Man muß ſich deshalb huͤten, an dem Ho⸗ denſacke, an und nahe bei dem Euter, an dem Bauche, uͤber den Muskeln, Flechten und Baͤn⸗ dern, ſo wie an allen Theilen, welche von der Oberhaut nicht durch vieles Fett oder Zellgewebe getrennt ſind, die Impfung anzubringen. Die zur Impfung am beſten ſich eignenden Stellen ſind, nach unſern Erfahrungen, die Schultern, ſo wie die Vorderſchenkel hinter dem Ellenbogen, des⸗ gleichen alle mit Fett ſtark unterlegte Koͤrpertheile.
Um mit Erfolg zu impfen, iſt weiter nichts noͤthig, als ein wenig Pockenlimpfe auf die Spitze einer Lanzette, oder einer platt zugeſpitzten Nadel zu nehmen, und dann, mit dieſer jetzt vergifteten Spitze, die Oberhaut ein wenig aufzuritzen oder auch zu durchſtechen.*)
—) Man hat vorzuͤglich darauf zu ſehen, daß bei der
Operation ja keine Muskeln, welche es auch ſeyn moͤchten,


