Jahrgang 
3 (1838)
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von 1 Centner Roggen zu erſetzen, dem Strohgewichte, welches dieſes Korn enthielt, das Korngewicht an Heu, alſo 1 Cent⸗ ner Heu zuſetzen und verfuttern. Nach Kreißig muß für jeden preußiſchen Morgen Acker, der mit auszehrenden Früch⸗ ten bebauet wird, mindeſtens 12 Centner Heu und 12 Cent⸗ ner Stroh an das Vieh verwendet werden. Nach Ritter von Rieſe erfordert 1 Scheffel Roggen 589 Pfd. Dünger ꝛc. Obgleich dieſe Annahmen für viele Fälle ſehr richtig⸗ſeyn kön⸗ nen, ſo ſind ſie doch nicht überall zutreffend.

Die Gründe, warum dergleichen ſtatiſche Grundſätze nicht generell ſeyn können, ſind folgende:

1) Wird, wie ſchon oben geſagt iſt, eine gewiſſe Quantität Dünger, auf reichem Acker verwendet, bedeutend mehr Producte hervorbringen, als der nämliche Dünger, aber dem armen Acker gegeben, hervorbringen würde.

2) Iſt die Einwirkung der Ackererde und des Untergrundes auf eine gegebene Düngung ſehr verſchieden, und muß alſo auch der Erfolg der Düngung ſehr verſchieden ſeyn. Befördert z. B. die Erde die Zerſetzung des Düngers zu ſehr, ſo werden ſchneller und mehr Gaſe und Humusſäure gebildet, als die Pflanzen aufzunehmen vermögen, jene alſo ungenutzt entweichen. Hier kann alſo der Dünger nicht ſo viel leiſten, als bei eer günſtigeren Miſchung der Mineralien.

3) Wirkt die Lage des Ackers ſehr auf die Vegetation; Berg⸗ land wird ſelbſt im kräftigſten Zuſtande nie die üppige Vegetation haben, als Aueboden. So iſt es vielleicht auch möglich, daß die Nähe von Lokalitäten, wo viele Kohlen⸗ ſäure in die Luft übergehet, z. B. von großen Städten, vortheilhaft auf die Vegetation einwirkt.

4) Iſt auch das Klima zu berückſichtigen, ob es mehr zur Trockniß oder mehr zu häufigem Regen hinneigt.

5) Verhalten ſich die Vegetabilien in verſchiedenem Boden, in Hinſicht ihrer Einwirkung auf denſelben, öfters ſehr ver⸗ ſchieden, indem es von weſentlichem Einfluß iſt, ob eine Pflanze in einem ihr mehr oder weniger zuſagenden Boden wächſet. Hier kann eine Frucht den Acker mehr auszeh⸗