Jahrgang 
3 (1838)
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als eine durch ungünſtige Witterung, oder unzweckmäßige Vor⸗ bereitung herbeigeführte ſchlecht ſtehende Frucht. Auch liegt hierin die Urſach, daß, wenn einem reichen und einem armen Acker eine gleich ſtarke Düngung gegeben wird, erſterer bei weitem mehr Erzeugniſſe liefern wird, als letzterer, bis daß beide auf den vorigen Kraftzuſtand zurück kommen.

Wie viel die Vegetation den Atmosphärilien verdankt, geht daraus deutlich hervor, daß ein Landgut, ganz ohne Bei⸗ hülfe von fremdem Dünger, bei einer zweckmäßigen Wahl der Früchte, in der Kraft des Ackers zunehmen kann, und dabei nicht allein eine große Menge thieriſcher Producte hervorbrin⸗ gen wird, ſondern auch noch einen großen Theil der geernte⸗

ten Früchte zum Verkaufe abgeben kann. Wo käme nun wohl

der Erſatz für die vom Gute entfernten Stoffe anders her, als aus der Atmosphäre? Was die Mineralien hierzu beitragen, iſt wohl nicht von großer Bedeutung.

Eine ſolche Bereicherung der Aecker in und durch ſich ſelbſt kann nur lediglich durch eine richtige Auswahl der zu erbauenden Gewächſe hervorgebracht werden, indem wir Pflan⸗ zen haben, die ihre meiſte Nahrung aus der Humusſäure, und nur einen geringeren Theil aus der Atmosphäre entnehmen, als z. B, die Halmfrüchte und die Oelgewächſe; und wiederum andere Pflanzen, die ſoviel Nahrungstheile aus der Luft abſor⸗ biren, und ſo wenig von der, in dem Acker befindlichen Hu⸗ musſäure ſich aneignen, ſo daß ſie dem Acker mehr humöſe Theile zurücklaſſen, als derſelbe zur Bildung der Pflanzen her⸗ gegeben hat. Faſt ſämmtliche Futterkräuter und die Wieſen⸗ und Weidegräſer haben dieſe treffliche Eigenſchaft. Noch andere Gewächſe haben wir, die die Mitte zwiſchen den ſtark auszeh⸗ renden und den bereichernden halten, und ſich entweder mehr zu dieſen, oder mehr zu jenen hinneigen, als z. B. die Hül⸗ ſenfrüchte.

Die Futterkräuter bewirken zweifach eine Vermehrung der Ackerkraft, einmal durch Zurücklaſſung eines bereicherten Ackers, und dann, da ſie in der Regel nur durch Ernährung des Vie⸗ hes verwerthet werden können, durch Hervorbringung einer großen Quantität kräftigen Düngers.