Jahrgang 
3 (1838)
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werden. Wärme und Elektrizität befördern durch ihre dyna⸗ miſchen Kräfte die Oxydation der Erden und der in denſelben enthaltenen Stoffe, erhöhen alſo hierdurch die Vegetation der Pflanzen und wirken reizend. 1Rt.

Je mehr beim Feldbau dieſe Potenzen zur Ernährung der Pflanzen geſchickt gemacht, benutzt oder herbeigeführt werden,

je glücklicher und lohnender werden die Ernten ſeyn. Die

Landwirthſchaft hat hierzu folgende Mittel: in

1) Bei den Mineralien, durch Bearbeitung und Lockerung des Ackers zum leichteren Eindringen der Gaſe, zur Beförde⸗ rung der Verbreitung der Wurzeln und zur Vertheilung der Düngertheile. Auch wird, wie wohl in ſeltneren Fällen, die Miſchung der Erden durch Hinzuführung der fehlenden Mine⸗ ralien verbeſſert, z. B. Kalk auf kalten, und Lehm auf Beiten Boden gebracht.

2) Bei den Düngungsmitteln, durch Benutzung und Zu⸗ ſammenhalten aller in der Wirthſchaft entſtandenen Düngungs⸗ mittel, auch wohl durch Hinzuführung anderweitiger, fremder. Ferner durch Beobachtung des richtigen Zeitpunktes, ſowohl in welchem Grade der Gährung, als auch zu welcher Zeit der Dün⸗ ger dem Acker zu geben iſt, damit die zu erbauenden Früchte alle Düngungstheile benutzen können. Der gewöhnliche Stall⸗ dünger hat nur wenige Theile, welche ſchon zur Pflanzennah⸗ rung gehörig vorbereitet, ſogleich in die Pflanzen übergehen könnten; ſeine erſte Wirkung beſteht hauptſächlich in der Fä⸗ higkeit, den im Acker vorhandenen Humus in Humusſäure um⸗ zuwandeln, und erſt ſpäterhin kann er, durch die fernere Zer⸗ ſetzung ſelbſt in Humus verwandelt, zu weiterer Nahrung der Pflanzen dienen. Bei dieſem chemiſchen Prozeſſe bilden ſich zugleich eine große Menge Gaſe, die theils mit den in der Acker⸗ erde ſich befindenden ſalzfähigen Baſen ſich zu Salzen bilden, theils wenn ſie nicht von, auf dem Acker befindlichen, Pflan⸗ zen abſorbirt werden, in die Atmosphäre entweichen. Alſo zu kurze Zeit vor der Beſtellung der Felder zu düngen, wo der Dünger noch nicht hinreichend für die junge Pflanze wirken kann, und zu lange Zeit vor derſelben, wo ſchon ein großer Theil der Düngung, vor der eigentlichen Benutzung, als Gas

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