Jahrgang 
12 (1823)
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wirklich Merinos mehr Futter, ſo iſt dies immer ein Kapital, was ſie dem Acker, von dem ſie es empfangen, mit dem reichſten Wucher zuruͤckgeben. Man beobachte nur diejenigen Wirthſchaften, wo ſie die Baſis des Ganzen ſind und man wird es nicht verkennen koͤnnen, daß die Kraft, die ſich in jedem Zweige derſelben zeigt, lediglich ihnen zuzu rechnen iſt.

Ich komme nun zu der eigentlichen Tendenz dieſes Aufſatzes.

Sind wir im Stande den Stein feine Wolle zu 124 Rthlr. zu produciren, ſo duͤrfte es wohl nicht leicht ein Land geben, was uns hierin Concurenz halten koͤnnte. Zugegeben, daß dieſer Preis erſt bei immer mehrerer Zunahme der Zahl der Meri⸗ nos in Deutſchland und bei immer hoͤherer Intel⸗ ligenz, die man bei ihrer Unterhaltung anwendet, moͤglich zu halten waͤre: ſo ſind wir auch noch lange nicht ſo weit, daß wir unſere feine Wolle ſo nie⸗ drig werden verkaufen muͤſſen.

Was koͤnnte aber wohl der Vermehrung dieſer feinen Wolle und ihrem immer geſicherten Abſatze mehr ſchaden: das Beſtehen der uͤberaus hohen Preiſe, oder das Herabgehen derſelben? Es iſt wohl fuͤr den, der nur ein klein wenig uͤber den gegenwaͤrtigen Augenblick hinausſieht, nicht ſchwie rig einzuſehen, daß das Letztere, ſobald es nur nicht zu ploͤtzlich geſchieht, erſprießlicher werden muß, als