Jahrgang 
12 (1823)
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unnoͤthiger, Ausgaben theurer wird, ſind keine All⸗ gemeinheit und koͤnnen auch nie dafuͤr angenommen werden. Auch kann hier keine Ruͤckſicht auf einen uͤbertriebenen theuern Ankauf von Merinos genom⸗ men werden, weil, wie die Erfahrung lehrt, nicht allemal das Theuerſte auch das Beſte iſt, ſondern oft der umgekehrte Fall eintritt. Mangel an hin⸗ laͤnglicher Kenntniß und richtiger Einſicht verleitet ſehr Viele den Ruf einer Schäferei oft mit 100 p. C. zu bezahlen; weil ſie doch ſicherer zu gehen glauben, wenn ſie aus beruͤhmten Schaͤfereien kaufen. Ich koͤnnte Beiſpiele in Menge davon anfuͤhren.

Man wird mir hier vielleicht noch einwenden, daß in jenen Zeiten gar keine Sorgfalt auf die Schaafzucht gewandt und dieſe ſich faſt ganz ſelbſt überlaſſen wurde. Dies iſt allerdings wahr und es muß auf die mehrere Sorgfalt und die hoͤhere Intelligenz, die man jetzt auf dieſelbe verwendet, wohl etwas gerechnet werden. Aber da kommen doch noch zwei Dinge in Betrachtung, die die Sache wohl wieder ziemlich ins Gleichgewicht ſtellen. Ein mal naͤmlich, der viel geringere Wollertrag, den man bei großer Vernachlaͤſſigung einer Heerde hatte, und zweitens, die weit groͤßere Sterblichkeit, die in ſolchen Heerden herrſchte. Die Sache kam frei lich wenig zur Sprache, weil es von keiner ſolchen Bedeutung, wie jetzt, war, wenn einmal 100 Stuͤck aus einer Heerde hinfielen. Koſteten nun auch