Jahrgang 
12 (1823)
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Vor allen Dingen muͤſſen wir nur die Frage eroͤrtern, ob nicht durch die alljaͤhrlich vermehrte Produktion von Wolle, beſonders feiner, zuletzt der Werth derſelben beinah dem gleich kommen möuͤſſe, den fruͤher die ordinaire hatte? Eine Menge Land⸗ wirthe, denen die hohe Veredlung ihrer Schaaf⸗ heerden entweder zu viel Geld, oder zu viel Sorg⸗ falt und Einſicht koſtet, behaupten dies und mei⸗ nen, daß diejenigen, welche großen Aufwand auf ihre Heerden machen, dies gar bald bereuen wuͤr⸗ den, weil ſie dieſen Aufwand niemals ganz wuͤr⸗ den erſetzt bekommen. Betrachten wir die Sache einſeitig, ſo koͤnnten ſie Recht haben. Dringen wir aber nur ein wenig weiter ein, ſo finden wir ſehr bald, daß dies eine voͤllig grundloſe Beſorg⸗ niß iſt. Denn wenn auch die Maſſe der feinen Wolle ſich immer vermehrt, ſo vermehrt ſich auch die Nachfrage nach derſelben faſt in demſelben Grade. Gewoͤhnliche Landwolle wird nie ins Aus⸗ land verkauft und ihr Abſatz beſchraͤnkt ſich ledig⸗ lich auf den innern 1Sedf Dieſer iſt nun, ſeit dem die Ausfuhr der Tuͤcher von Jahr zu Jahr un⸗ bedeutender geworden iſt, beinah auf die Haͤlfte verringert und ſonach muͤßte, produzirten wir keine feine Wolle, die Schaafzucht um die Häͤlfte gegen fruͤhere Zeiten vermindert werden. Was aber dar aus, unter den gegenwaͤrtigen Umſtaͤnden, fuͤr den

Landbau im Allgemeinen entſtehen muͤßte, ſieht auch A 2