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Landwirthſchaft iſt ein wiſſenſchaftliches Ganzes, und nur auf wiſſenſchaftlichem Wege koͤnnen in ihr Veraͤnderungen vorkommen. Ohne der Landwirth⸗ ſchaft durch zufaͤllige Zuſammenſtellung mit einer ſtrengeren Wiſſenſchaft ſchmeicheln zu wollen, faͤllt mir doch hierbei das Wort ein von dem großen Analytiker La Grange, der einer gebildeten Frau, die ſein Urtheil uͤber ein eben erſchienenes, weit⸗ laͤuftiges mathematiſches Werk zu wiſſen wuͤnſchte, antwortete: A nous aufres Géometres, Madame, il nous faut qu'une très petite formúle; cela nous suffit.
Alles, was in der Landwirthſchaft geſchieht, (jene wahren Entdeckungen auf wiſſenſchaftlichem Wege ausgenommen, die nur ſelten ſind), geſpro⸗ chen, geſchrieben und gethan wird, bezieht und gruͤndet ſich entweder auf den dauernden Gewinn fuͤr den ſteten Markt, oder auf den voruͤbergehen⸗ den Gewinn fuͤr den ſchwankenden Markt,— wo denn die Landwirthſchaft uͤbergeht in das Fabriken⸗ weſen,— oder endlich auf eine irrige Spekula⸗ tion, auf einen Berechnungsfehler.
Ich weiß wohl, was jetzt die Menſchen be⸗ ſchaͤftigt, ſie wollen von der Zeit Gewinn ziehen, um das Leben zu genießen, kommen aber eben da⸗ durch nur allzuoft an den Bettelſtab. Alles daͤucht ſolchen zu langſam, und ein praktiſches Betreiben, das nur einen allmaͤhligen, aber ſichern Gewinn


