Jahrgang 
6 (1820)
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dern vielmehr die Umſtaͤnde, durch Urtheil, ſich unterwirft, iſt wenigem Wandel ausgeſetzt. Men⸗ ſchen werden immer eſſen und ſich kleiden wollen. Mit dieſer einfachen Forderung ſtimmt nun auch gerade der eben ſo ſchlichte Erfahrungsſatz der Landwirthſchaft: Ohne Duͤnger gedeiht auf die Laͤnge keine Pflanzenkultur. Darum iſt fuͤr jede Wirthſchaft das richtige Verhaͤltniß zu ordnen zwi⸗ ſchen Duͤngergebenden und Duͤngerzehrenden Fruͤch⸗ ten, darum gilt die Regel, eine Aerndte fuͤr das Vieh, und wechſelsweiſe eine fuͤr die Menſchen, darum muͤſſen wir Vieh halten, ſelbſt wenn auch von animaliſchen Produkten wenig Gewinn waͤre. Ja, ich behaupte noch mehr. Ich behaupte, wir muͤſſen Vieh verſchiedener Art halten. Nicht al⸗ lein großes, ohne Bezug auf die beſonderen Ab⸗ ſichten und Verhaͤltniſſe, ſondern auch kleines Vieh (neat cattle) und nur deshalb, weil der Gras⸗ wuchs verſchieden iſt. Auf Anhoͤhen, auf tief kie⸗ ſigem Grunde, auf friſchen Brachen iſt er nur fuͤr Schaafe benutzbar. Karl der Große in ſeinem Ca⸗ pitulare befiehlt das Aufziehen von Federvieh, da⸗ mit auch kein Koͤrnchen unverwendet verloren gehe. Und ſo iſt denn in der Landwirthſchaft, wie im praktiſchen Leben uͤberhaupt, alles zuſammenhaͤn⸗ gend, und es geſchieht durchaus nichts als Ein⸗ zelnes, was nicht auf das Ganze zuruͤckwirkte. Ungeſtraft weicht nun keiner von dieſer Lehre. Die A 2