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Zahl der Arbeiter, ſondern recht eigentlich ihrer Kraft. Die Tageloͤhner und der arme Bauer, wel⸗ che zum großen Theil ſich ſchon lange an Brod nicht ſatt gegeſſen haben, liegen bei einiger Anſtr engung krank und ermattet danieder; und mit dem Vieh, welches auf der duͤrren und wegen Wegnahme des Winterfutters fruͤh betriebenen Weide nichts fin⸗ det, iſt es derſelbe Fall. Deshalb muß das Ge⸗ treide zum Theil laͤnger ſtehen und liegen, als es ſollte, und leidet noch großen Ausfall.
Die große Hitze, die nur durch kurze Schlag⸗ regen unterbrochen wurde, hat den lehmhaltigen Boden ſo hart gemacht, daß man ſeit Anfange dieſes Monats wenig pfluͤgen konnte. Die Brache iſt alſo an vielen Orten noch nicht umgebrochen. Was aber umgebrochen iſt, macht ſich vortrefflich, und eine recht trockene, durchgedrannte Furche thut mehr als drei feuchte. Man wird alſo auf Boden, der aus getrocknet nach einem Regen gut zerfaͤllt, mit zwei Furchen zur Winterung allen⸗ falls ausreichen kmnen. Aber alles, was jetzt noch liegt, ſo wie den ſchwach h bedeckten Erbſe und Kleeacker, rathe ich tuͤchtig mit Pflug und Egge vorzunehmen, ſobald es Zeit und Witterung erlaubt.
Eine moraliſche Bemerkung habe ich gemacht, die aber auf den Ackerbau nahen Bezug hat. Ich habe hier nie ſo viele Gutwilligkeit zu helt zu foͤrdern, wo es möglich iſt; ſo Sielo lgſam⸗ keit und Treue unter der arbeitenden Klaſſe ange⸗ troffen, wie in dieſen ungluͤcklichen Zeiten. Die Leute nehmen mit einem nach Verhaͤltniß der Preiſe hoͤchſt kaͤrglichen Lohn in Muͤnze vorlieb, weil ſie ſehen, daß ihnen der Landwirth nicht mehr geben kann. Bei dem groͤßten Mangel und Armuth, und der Menge der wahrhaft ausgehungerten Bett⸗
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