Jahrgang 
7+8 (1808)
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Selbſt das Oderbruch hat nach Verhaͤltniß eine ſchlechte Ernte in Winterung und in Soͤm⸗ merung.

Es iſt alſo ohne Zweifel Kornmangel in dieſer Provinz unvermeidlich und nur durch moͤglichſte Sparſamkeit die aber bei der Einquartierung auf bisherigen Fuß unmoͤglich iſt kann die ub⸗ ſiſtenz geſichert werden. Wahrſcheinlich werden die Kornpreiſe erſt fallen, weil der vom Gelde durch⸗ aus ento loͤßte dandmr un etwas anſchaffen ſoll und muß. Er wird mehr zu Markte bringen, als er entbehren kann. Der Staͤdter wird vielleicht des wohlfeilern Brods, Biers und Brannteweins min⸗ der achten, und eben dadurch wird Theurung und

Nangel da wir wenig auf auswaͤrtige Huͤlfe rechnen duͤrfen gegen das Fruͤhjahr um ſo groͤ⸗ ßer werden.

Alſo in den Kartof ſfein wieder nur Rettung! deshalb r rathe ich auch ſam damit umzugehen, und insbeſondere die fruͤhe Art zur kuͤnftigen Saat genugſam zuruͤckzulegen, daun man auf eine zu anderer Zeit zu beſchreibende Art, ſich fruͤhe Kar⸗ toffeln wieder verſchaffe, wenn der Mangel im kuͤnftigen Sommer ſo groß, und vielleicht noch groͤßer wie in dieſem werden ſollte.

Es war mit dem Kornmangel in dieſer Gegend aufs aͤußerſte gekommen, als gluͤcklicher Weiſe die Hitze den Rocken ſo ſchnell reifte, daß ſchon in der Woche vom 11. Julius Brod aus friſchem Rocken gebacken werden konnte. Die Reifung aller Ge⸗ treidearten hat nun einen ſo uͤbermaäßig ſchnellen Fortgang gehabt, daß heute, wo man es zwingen konnte, ſchon alles, Rocken, Weizen, große Gerſte, Hafer, Erbſen, niederliegt, und auch eingefahren ſeyn koͤnnte, wenn man Kraͤfte genug dazu gehabt haͤtte. Dieſe aber fehlen, nicht in Anſehung der