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ang geruhetem, und mit Mergel und Modder be⸗ fahrenem Boden ziemlich bei der Duͤrre gehalten und angeſetzt.
Hirſe iſt nur auf friſch aufgebrochenem Boden gut, ſonſt ſehr zuruͤckgeblieben.
Lein iſt kurz und nothreif, nur in feuchten Gruͤnden gut.
Kartoffeln haben noch zu rechter Zeit etwas Re⸗ gen erhalten, wie ſie ſchon mitten in der Bluͤthe zu leiden anfingen. Auf trockenerem Boden hatten ſie ſchon Blaͤtter verlopen, und nach der Erfriſchung eines Regens haben ſie junges Laub getrieben. Dies iſt freilich kein ſo ſchlimmes Merkmal, als wenn ſie aus der Erde neue Triebe machen, in wel⸗ chem Fall ſie eine zweite Brut von Bollen auf Koſten der erſten anſetzen, und faſt gar keinen Er⸗ trag geben, allein einen ſo ſtarken Anſatz kann man denn doch nicht von ihnen erwarten, als wenn ſte in einem ununterbrochenen Schuſſe bleiben. In⸗ deſſen iſt dies, wie geſagt, doch auch nur auf den, duͤrreſten Stellen der Fall, und im Ganzen ſcheinet die einzige Zuflucht der Armen und ach! wie groß iſt deren Zahl anjetzt!— noch gerettet.
Denn was ich bisher von dem Ausfall der Ernte geſagt habe, dezieht ſich nur auf den gut kultivirten Acker, und dieſer moͤchte in der Mittel⸗ mark wohl kaum auf den zwoͤlften Theil der ganzen Ackerflache anzuſchlagen ſeyn. Auf dem uͤbrigen iſt die Winterung ſo ſchlecht, daß es ein Jammer iſt, ſie anzuſehen, und aus der Soͤmmerung iſt faſt gar nichts geworden. Selbſt geduͤngte Aecker haben ſchlechte Frucht, und es muß an der durch Krie⸗ gesfuhren und durch mannigfaltigen Druck be⸗ ſtaͤndig unterbrochenen Beſtellung liegen, daß ſo we⸗ nig Getreide und ſo viel Unkraut darauf ſtehet.


