Jahrgang 
1-6 (1806)
Einzelbild herunterladen

(293)

Halme haben doch durch den guten May die moͤg⸗ lichſte Staͤrke erhalten, und die Aehren werden lang. An dem fruͤheſten Rocken oͤffnen ſich ſchon ſeit dem 26ſten die Bluͤthen, und er ſtaͤubte geſtern ſehr ſtark.

Groͤßere Wirkung konnte der ſchoͤne May auf den Weitzen thun, der, vom Anbeginn ſtaͤrker und dichter, nur der belebenden Waͤrme bedurfte, um ſich zu beſtauden und den Acker reich zu be⸗ ſetzen. Vom Weitzen laͤßt ſich viel erwarten, wenn anders das, ttheils nicht reife, theils fenchs und dunſtig gewordene Saatkorn nicht vie⸗ en Brand nach ſich ziehet. Vor allem aber iſt die Witterung dieſes Mo⸗ Rats der großen Gerſte und dem Hafer guͤnſtig geweſen. Denn die Saat iſt dicht und ſchneſl Felaufen, und hat den Boden trefflich belegt, ſd daß ihr der Hederich, ſo ſtark er auch mit gelau⸗ fen iſt, wenig Schaden thun kann. 1

Erbſen haben zum Theil, Wicken faſt allge⸗ mein von Erdfloͤhen und einem andern ameiſen⸗ aͤhnlichen Inſekte ſehr gelitten, und ſind von He⸗ derich uͤberzogen. Letztere verſprechen jetzt wenig. Und da ihnen doch die Witterung ſehr guͤnſtig ge⸗ weſen iſt, ſo ſcheint es auch in einer Schwaͤche des Keimes, von der ſchlechten Erntewitterung her, zu liegen. Bohnen ſtehen dagegen ſehr gut. Der Klee iſt vortreflich, und ſo fruͤh empor ge⸗ ſchoſſen, daß ich ſchon am 19ten May mit der gruͤnen Staͤllfutterung den Anfang machen konnte. Welch ein Unterſchied gegen voriges Jahr, wo er erſt kurz vor Johannis maͤhdar wurde!

Vortrefflich ſoll faſt allenthalben die Winter⸗, NRuͤbs und Rapp⸗Saat ſtehen: und man ver⸗ ſpricht ſich davon eine ungemein reichliche Ernte.