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Die Seltenheit und Theurung von Pferden und Rindvieh, welche man ſchon lange vorausſe⸗ hen konnte, iſt nun, da ein kurzer Krieg und Kriegsruͤſtungen, und die an ſich doch unerhebli⸗ chen Seuchen manche auſopferten, ſchnell ſehr groß geworden. Allein jedermann berechnete ja, daß man das Vieh zum eigenen Gebrauch immer wohlfeiler kaufe als aufziehe, und niemand zog zuletzt in Deutſchland zum Verkaufe mehr auf. Die zur Viehzucht geeigneten Lehden von Juͤt⸗ land, der Ukraine, Lithauen und Ungarn ſind zu ſtark angeſprochen worden, und man hat ſie auch vortheilhafter zu benutzen angefangen, ſo daß man von daher den Bedarf eines großen Theils von Deutſchland nicht mehr ziehen kann. Es laͤßt ſich kaum abſehen, wie weit es mit dem Viehmangel noch gehen werde.
Deshalb ſind dann auch die thieriſchen Pro⸗ ducte, beſonders Fleiſch und Butter, auf eine unerhoͤrte Weiſe geſtiegen, und zwar letztere, des guͤnſtigen Fruͤhjahrs ungeachtet, zu einer Zeit, wo ſie ſonſt im Ueberfluſſe vorhanden iſt. Das Pfund wird in hieſigen Gegenden ſchon mit 13 Groſchen bezahlet. Kaͤlber ſind im Fruͤhjahr, wenn ſie 14 Tage alt waren, zu 8 bis 10 Thalern aufgekauft worden. Aber wie hat ſich auch die Zahl der Kuͤhe allenthalben vermindert!
Thaer.
Es


