Jahrgang 
1-6 (1806)
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2 6, 8. Landwirtbſchaftlicher Bericht.

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Moͤgelin, d. zoſten May 18065.

4 Jer May hat ſeinen alten Ruf, den nur die Dichter nochnerhielten, in dieſem Jahre zu er⸗ neuern ſich beſixebt. Wir haben, bis auf wenige

Tage, die angenehmſte, warme, mit einzelnen Gewitterregen untermiſchte Witterung während ſeines ganzen Perlaufs genoſen. Die Gewitter⸗ ſchauer haben ſich ſtrichweiſe mehr oder minder, zuweilen auch mit Hagel ergoſſen, und ſie zeich⸗ neten ſich dadurch vor andern Maygewittern aus, daß es nicht kalt danach wurde.

Was in dem alten Sprichworte: May kalt und naß, fuͤllt Boden und Faß ſonſt auch wahr ſeyn mag, ſo hat dieſer warme und nicht naſſe May doch auch ſehr gut gethan, und

iebt uns, wenn ſeine folgenden Bruͤder es nicht wieder verderben, die ſchoͤnſte Hoffnung. ¹

Zwar konnte er den Rockenfeldern, denen es an Pflanzen, und den Pflanzen, denen es vom Saamen her an Kraft fehlte, nicht ſo aufhelfen, daß wir uns eine reichliche Ernte verſprechen duͤrften. Der Rocken bleibt immer ſehr duͤnne, und wird keinen ſtarken Einſchnitt geben. Eine ſolche Verdichtung, wie er im vovigen Jahre im Junius noch erhielt, duͤrfen wir nicht erwarten; denn er hat ſeinen Trieb faſt vollendet. Aber die