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werden! Wer fuͤhlt nicht immer noch die uner⸗ traͤgliche Laſt der Hut⸗ und Trift⸗ Gerechtigkeit, wodurch ſo mancher Schade von habſuͤchtigen Schaͤfern und gewiſſenloſen rohen Hirten ange⸗ richtet wird! Wer empfindet nicht innigen Ver⸗ druß und Abſcheu, wenn er ſeine und Anderer Wieſen bis zum 12ten Mai abhuͤten, jenen erſten Grastrieb, der vielleicht nun fuͤr das ganze Jahr verdorben iſt, ſo recht mit Fleiß und Kunſt verderben ſiehet! Wer erfaͤhrt nicht oft das Läͤ⸗ ſtige geſchloſſener Felder, aus welchem der Eine durchs Geſetz, der Andere vermoͤge der Obſer⸗ vanz, der Dritte um eigenem Nachtheile zu ent⸗ gehen, nicht weichen darf, wodurch ſo manche landwirthſchaftliche Verbeſſerung in der erſten Geburt erſtickt wird. Jedoch, wozu ſollte ich ſie alle aufzaͤhlen, die Hinderniſſe, von welchen der eine mehr, der andere weniger gedruͤckt wird; die jeder fuͤhlt, und denen keiner abhel⸗ fen kann, wenn es nicht von oben herab ge⸗ ſchieht. Wir wollen uns indeſſen damit troͤ⸗ ſten, daß die Reihe auch an uns kommen wird; damit troͤſten, daß der Stern, der in einem ehemals ſo finſtern Lande aufgegangen iſt, ein Wandelſtern ſey, der auch uͤber kurz oder lang bey uns ſichtbar werden wird. Wir haben dazu


