Jahrgang 
2 (1834)
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ſchon in Friesland, unter dem Torfmoor menſchliche Koͤrper gefunden, welche in Filz gekleidet und mit Sandalen verſehen, nicht ganz verweſt waren und zu einer Zeit im Torf begraben geweſen ſein muͤſ⸗ ſen, als man dort in gefilzten Haaren, noch nicht in Wolle, gekleidet war. Dieſelbige Materie, welche eine uͤppige Vegetation im ſtehenden Waſſer nicht voͤllig verweſen, ſondern zu Torf ſich vermumien ließ, hat alſo auch thieriſche Koͤrper nicht verweſen laſſen. Im ſtehenden Waſſer muß die Materie, welche die Vegetation einbalſamirt, und als Torf darſtellt, ſich erzeugen, und ſie muß ihre Wirkſamkeit verlieren, aber langſam, wenn die Pflanzenmumie, der Feuch⸗ tigkeit entzogen, der Sonne ausgeſetzt und mit dem trocknen Boden vermiſcht, der Einwirkung von Pflan⸗ zenwurzeln ausgeſetzt iſt.

Wir finden Erdarten, welche ſtark verſetzt ſind mit vegetabiliſcher Mumie, torfartigen Ruͤckſtaͤnden der Verweſung, denen es ſchwer haͤlt, durch Cultur Ausfloͤsbarkeit zu geben, die aber trocken gelegt, und mit friſchem animaliſchen Duͤnger ſtark verſetzt und aufloͤslich gemacht, eine ſtarke Vegetation aufweiſen.

Es ſcheint fuͤr die practiſche Landwirthſchaft von großem Werth zu ſein, auszumitteln, was das eigent⸗ lich fuͤr ein Princip iſt, welches die Reſiduen der Ve⸗ getation als Torf in den feuchten Niederungen dar⸗ ſtellt. Es iſt eine Wohlthat, daß auf dem unbebaue⸗ ten Lande in dem Dickicht der Waͤlder ſich Torf er⸗ zeugt, wovon die Cultur zu zehren hat, unter deren Haͤnden er nicht entſteht. Wenn allenthalben, wie auf dem Sande, die Reſiduen der Vegetation in der Luft ſich aufloͤſten, ſo wuͤrde die Cultur, welche be⸗ ſchraͤnkt waͤre auf die Benutzung der juͤngſten Vege⸗ tabilien, einer großen Beihuͤlfe entbehren.

Man ſollte meinen, daß die Chemie in der Zer⸗ legung des Torfs und torfigter Erden die Materie entdecken muͤßte, welche die Reſiduen der Vegetation conſervirt. Das reine bloße Waſſer kann es nicht