Jahrgang 
2 (1834)
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Bitte an die Herren Chemiker, den Land⸗ mann uͤber das Princip der Torferzeu⸗ gung zu unterrichten, auch uͤber ſein Verhalten zu den Mitteln, daſſelbe zu

vernichten.

Wenn gleich die Chemie uns keine Aufklaͤrung giebt uͤber den Vegetationsproceß, da ſie ſich nur beſchaͤf⸗ tigt mit der Einwirkung der todten Materie auf ein⸗ ander, und ihr Baum der Diana und ihre Kryſtalli⸗ ſation nicht Vegetationen ſind, ſie alſo bei der Erzeu⸗ gung der Vegetation nicht thaͤtig mitwirkt, ſo iſt ſie doch diejenige Wiſſenſchaft, welche, wie keine andere, dem Landwirth bei der Bearbeitung ſeiner rohen Pro⸗ ducte Rath und Beiſtand leiſtet. Aber auch dem, der ſich bloß beſchaͤftigt mit der Kunſt, die Vegetation zu ſteigern, macht ſie ſich nuͤtzlich durch die Darle⸗ gung der Beſtandtheile des Bodens und der Mittel, die Fruchtbarkeit deſſelben zu reizen oder zu vermeh⸗ ren. Nichts kleidet alſo weniger den Landmann, als ein veraͤchtlicher Hinblick auf die Bemuͤhungen des Chemikers, der dem ſtarken Denker und Beobach⸗ ter nie im Wege ſteht, wie ſtark er auch ſeine Stel⸗ lung nimmt. Der Chemiker kann nicht uͤber die Ve⸗ getation und deren Bedingungen abſprechen, aber nur theilen, den Beſtand der natuͤrlichen Koͤrper und Verwandſchaften aufſuchen und Trennungen nach⸗ weiſen.

Der Chemiker kann in mehreren Mitteln der Duͤn⸗ gung eine gemeinſchaftliche Subſtanz auffinden, welche wir dann als das eigentliche Befoͤrderungsmittel der Vegetation anerkennen; er kann durch Vergleichung vielleicht auffinden, was etwa ſich als der Grund von Stoͤrung der Verweſung ausweiſt. Sehr verdient koͤnnen ſich unſere Chemiker machen, wenn ſie die Materie nachweiſen, welche die Verweſung organi⸗ ſcher Koͤrper hemmt, welche z. B. den Torf erzeugt hat. Neuerdings hat man in England, wie fruͤher

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