Jahrgang 
2 (1834)
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wohl aber der Erdflaͤche entziehen. Die Vegetation bei bedecktem Himmel iſt langſamer. Feuchte Waͤrme ohne Sonne hemmt die hoͤhere Faͤrbung der Vegeta⸗ tion, welche der Sonnenſtrahl erzeugt, der uns, wie unguͤnſtig auch die Atmosphaͤre fuͤr Vegetation ſein mag, den Fortſchritt ſichert.

Die durch den Sonnenſchein auf der Erde erzeugte Waͤrme, deren hoͤhere Grade ſich ſchon dem Gefuͤhl kund thun, iſt, mit der Erdwaͤrme zuſammengenom⸗ men, das rechte, ſtetige, gleiche, urſaͤchliche Moment der Vegetation, dem nur Abbruch geſchieht durch die hemmende oder foͤrdernde Temperatur der Atmos⸗ phaͤre, welche unſer Thermometer nachweiſet. Die Vegetation kann nicht allein abhaͤngig ſein von der Veraͤnderlichkeit der Luft. Die ſpaͤte Luftwaͤrme des Auguſt und September kann der Vegetation nach⸗ helfen bei einiger Feuchtigkeit; kann aber die Kraft des ſteileren warmen Sonnenſtrahls nicht erſetzen. Erreichen wird daher auch der gleiche Grad der Hitze der Luft neben Feuchtigkeit nicht den Glanz der Vege⸗ tation der Tropenlaͤnder, welche den ſenkrechten Son⸗ nenſtrahl voraus hat, der eine Hitze erzeugt, welche durch die laͤngere Nacht und das Wegfallen der Daͤm⸗ merung gemaͤßigt werden muß.

Bluͤthen und Saamen ſind das Werk der Waͤrme, welche die Sonne erzeugt. Blaͤtter und Wurzeln er⸗ zeugt die feuchte Waͤrme der Luft im Spaͤtjahre, auch Fruͤchte des Baums und der Rebe, Herbſtbluͤthen ſind uͤppige Ausnahmen der Vegetation.

Es iſt ein Gluͤck, daß die Vegetation nicht bloß abhaͤngig iſt von der Thermometer⸗Waͤrme, ſondern von den Strahlen der Sonne, welche ſich im Ganzen weſentlich gleich zu bleiben ſcheinen und feſte Regeln halten, waͤhrend die Atmosphaͤre windig und veraͤn⸗ derlich iſt und bloß Variationen erzeugt. So auch die auffallende Variation des Jahres 1834.

Im December 1834.

N. Annal. 19. Jahrg. 2 e Haͤlfte. 51