Oberflaͤche der Erde Waͤrme zu erzengen, welche die Luft annimmt, und durch ſie verbreitet wird..
Im Fruͤhling, wenn die Luft kalt iſt, ſelbſt bei Schnee und Eis, lockt die Sonne Fruͤhlingsblumen
hervor. Selbſt im kalten Fruͤhjahr gruͤnen Saaten mit kraͤftiger Farbe, ſchwellen die Knospen der Baͤume; im Herbſte iſt, ſelbſt bei warmer Luft und Feuchtig⸗ keit, die Vegetation nur ſchwach. Dieſe Erſcheinung erklaͤrt ſich daraus, daß der Sonnenſtrahl eine Waͤrme erzeugt, welche die kalte Fruͤhlingsluft abſorbirt, welche aber doch die Vegetation der Pflanze aufregt, waͤhrend die erwaͤrmende Luft des Herbſtes ſich der Oberflaͤche mittheilen mag, aber auf der Oberflaͤche nicht, wie der ſteilere Sounenſtrahl, Quelle der Waͤrme und der Vegetation ſein kann.
Wenn es in der dritten Stunde nach Mittag heißer iſt als am Mittag, ſo ruͤhrt es daher, weil die von dem Mittagsſtand der Sonne erzeugte Hitze ſich der Luft fort und fort mitgetheilt hat.
Unſer Getraide waͤchſt und reift bei 16 bis 10 und 8 Grad durchſchnittlicher Luftwaͤrme in kalten und heißen Jahren. Das wuͤrde nicht ſein, wenn die Vegetation bloß abhinge von der Luftwaͤrme, wenn die eigenthuͤmliche Waͤrme der Erde nicht ſich gleich⸗ bliebe, und die Waͤrme der Oberflaͤche der Erde nicht bedingt wuͤrde von dem Stand der Sonne, ſich alſo nicht auch an ſich gleich bliebe, und nur Veraͤnderung erlitte, durch die Bedeckung der Atmosphaͤre mit Wolken oder Duͤnſten, wobei die volle Wirkung des Sonnenlichts auf den Boden mehr oder weniger ge⸗ ſtoͤrt wird. 3
Es iſt eine bekannte Erſcheinung, daß bei einer
Sonnenfinſterniß eine ploͤtzliche, ſchaudererregende Abkuͤhlung der Luft ſchon in einer Stunde entſteht, weil der Mond auf 50,000 Meilen von der Erde ent⸗ fernt, die Sonnenſtrahlen auffaͤngt, waͤhrend die Wolken auf weniger als ½ Meile den Sonnenſtrahl verſchlucken und ſeine Waͤrme, nicht der Atmosphaͤre,


