791
ſeiner natuͤrlichen Waͤrme zuſchreiben, ſo wie der Lage fuͤr Erzeugung der Sonnenwaͤrme.
Wir finden den Erdboden unſerer Cultur von ver⸗ ſchiedener Empfaͤnglichkeit fuͤr Hitze und Kaͤlte. Lo⸗ cale unterirdiſche Waͤrme und ihre Quellen geben die warmen Stellen im Waſſer, welche ſich im Winter durch die Schwaͤche der Beeiſung kund thun. Moore, in welchen ein Gaͤhrungs-Proceß vorgehen mag, gefrieren nicht leicht.
Auch die Miſchung macht den Boden mehr oder weniger empfaͤnglich fuͤr Aufnahme der Sonnen— waͤrme. Das feſte Ackerland thaut eher auf, als die eingefrorne Moorwieſe.
Wir duͤrfen immer annehmen, daß die Sonne ab⸗ ſolut gleiche Waͤrme jaͤhrlich erzeugt, und zwar nach ihrem Standpunct oder dem Winkel, welchen die Strahlen an jedem Orte und zu jeder Zeit bilden. Die Luft iſt aber waͤrmer und kaͤlter, weil ſie, feuch⸗ ter oder trockener, mehr oder weniger Waͤrme ver⸗ ſchluckt. Der helte Sonnenſchein aͤußert auf das Gefuͤhl freilich mehr Waͤrme als wenn ihn truͤbe Luft abhaͤlt und die Waͤrme durch Feuchtigkeit verſchluckt, alſo latent gemacht iſt. Das Thermometer weiſet nur die freie Waͤrme der Luft nach, und wird ſteigen oder fallen, je nachdem mehr freie Waͤrme in der At⸗ mosphaͤre ſich bewegt. Die Waͤrme der beſchienenen Oberflaͤche der Erde iſt verſchieden von der Waͤrme der Luft, welche ſie naͤhrt. Sie iſt das Ergebniß der Wirkſamkeit des Sonnenſtrahls und ſteht im Ver⸗ haͤltniß zu der Stellung der Sonne gegen die Erde.
Ein großer Theil der Waͤrme geht aus von der Hitze, welche der Sonnenſtrahl auf der Oberflaͤche der Erde erzeugt. Dieſe Hitze der Oberflaͤche der Erde iſt aber verſchieden von der Luftwaͤrme, und ſind die Erſcheinungen der Vegetation nur zu erklaͤren aus der Gleichmaͤßigkeit der Erdwaͤrme und aus der durch die Lage der Sonne bedingten Kraft, auf der


