ſein. Sollte man nicht ſogar annehmen, daß die Rieſelung beſonders auch dadurch wirkt, daß ſie auf torfigtem Grunde eben die Subſtanz wegnimmt, welche die vegetabiliſche Mumie conſerdirt, der Ve⸗ getation alſo aufloͤsbaren Stoff darbietet. Kalk, Mergel, Gyps wird auf den Torf keine bedeutende Wirkung aͤußern; friſches und uͤberſtroͤmendes Waſſer ſcheint ſeine Aufloͤsbarkeit zu befoͤrdern.
Waͤre ſchon ausgemacht das Princip der Torfer⸗ zeugung, dann wuͤrde es doch, da wenigſtens Vielen dies nicht bekannt iſt, ſehr nuͤtzlich ſein, wenn die Herren Chemiker den Landwirth daruͤber unterrichten, der ihrer Huͤlfe durchaus bedarf, um in der Sache auf das Klare zu kommen.
Vielleicht ließe ſich dann auch ermitteln, aus welchem Grunde die kalkigen Subſtanzen auf den Torf und die torfige Erde weniger wirken.
Die Chemiker muͤſſen ſich daruͤber troͤſten, wenn ihre guten Dienſte nicht von allen Landwirthen gleich ſtark anerkannt werden, da, wie der Geſchmack, ſo auch die Anſicht verſchieden iſt*).
Maͤrz 1835.*
*) Sollte es uͤberhaupt moͤglich ſein, daß der große un⸗ entbehrliche Einfluß, mit welchem die Chemie ſo wohl⸗ thaͤtig der rationellen Landwirthſchaft an die Hand geht, von irgend einem denkenden Landwirthe verkannt oder gar bezweifelt werden könnte? Ich glaube, dieſe
rage dreiſt mit„Nein“ beantworten zu können. Es ann uͤberhaupt wohl nur ein mißverſtandenes, un⸗ ſchuldiges Wort dem geehrten Herren Referenten Ver⸗ anlaſſung zu dieſer harten Aeußerung gegeben haben.
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Roſtock 1835, gedruckt bei Adler's Erben.
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