Jahrgang 
2 (1834)
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erglebt, und der Unterſchied der kalten Jahre gegen die heißen bloß gefunden werden als eine Differenz der latenten Waͤrme gegen die freie Waͤrme, ſo wie die trockene Wuͤſte Africa's nur darum die Hitze der americaniſchen Tropen uͤbertrifft, weil in langdauern⸗ der Duͤrre nicht die Abkuͤhlung durch Verdampfen eintritt, welche die Niederung von Mittel⸗America durch den haͤufigen Regenfall erfaͤhrt.

Wir duͤrfen wohl annehmen, daß die ſeltene Er⸗ ſcheinung der Hitze eines Jahres, wie das ſo eben verlebte, auf die Fruchtbarkeit des Erdbodens ſo wirke, wie die Hitze der trockenen Zeit auf den großen Con⸗ tinent von Africa, alſo eine ſtaͤrkere Vernichtung der Vegetation erzeuge, deren Reſiduum nicht einmal der kuͤnftigen nenen Vegetation dienen koͤnne, welche dann das bloße Erzeugniß der Hitze und Regenzeit iſt, wo nicht Quellen und ſtehende Gewaͤſſer und die Ufer der vorhandenen Fluͤſſe ſelbſt in der duͤrren Zeit die Vege⸗ tation unterhalten.

Wir wollen daher nicht wuͤnſchen die Wiederkehr ſolcher heißen Zeit, weil ſie gefaͤhrden moͤgte den Fruchtbarkeitsſtoff, wenn ſie auch eine anomale Zeiti⸗ gung nordiſcher Weine erzeugen mag, welche wir Landbauer lieber als unterirdiſche Gabe empfangen wollen, um unſere Gerſte nicht zu verlieren, und wol⸗ len wir wuͤnſchen, daß fuͤr das Jahr 1835 Naͤſſe werde Abkuͤhlung erzeugen, um nicht den Boden ſo geroͤſtet zu ſehen, wie in dem heißen Continent von

Africa.

Bei der Beobachtung des Einfluſſes der atmos⸗ phaͤriſchen Waͤrme auf die Vegetation werden wir uns vergegenwaͤrtigen muͤſſen den Unterſchied der Waͤrme des Erdbodens, der Waͤrme der Atmosphaͤre und der Sonnenwaͤrme der Erdflaͤche. 10

Unſere Thermometer, die in der Luft im Schatten haͤngen, weiſen bloß nach die Waͤrme der ſie umgeben⸗