Jahrgang 
2 (1834)
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den Luft, die ſehr verſchieden ſein kann von der Waͤrme des Erdbodens ſelbſt, auch verſchieden von der Waͤrme der beſchienenen Oberflaͤche.

Wir haben fuͤr die nicht erkuͤnſtelte Vegetation nur zu betrachten die Waͤrme, welche in der Atmosphaͤre und auf der Oberflaͤche der Erde durch die Sonne er⸗ zeugt wird. Wir denken uns dieſen Einfluß unter dem Bilde von Sonnenſtrahlen, weil dies Bild, mathe⸗ matiſch behandelt, die Erſcheinung des Lichts und der Waͤrme verdeutlicht, und ſich fuͤr Berechnung eignet.

Die durch den Einfluß der Sonne erzengte Waͤrme theilt ſich der Luft und der Erde mit, ſie verbreitet ſich, wenn ſie aufgenommen iſt von der Luft, von fluͤſſigen und feſten Koͤrpern mit verſchiedener Ge⸗ ſchwindigkeit. Man theilt daher die erwaͤrmenden Koͤrper ein in ſolche, welche die Waͤrme ſchnell ver⸗ breiten, und in ſolche, welche ſchlecht leiten.

Zu den Koͤrpern, welche die Waͤrme, die ſie an⸗ genommen, weniger verbreiten, gehoͤrt eben die Luft. Durch ihre Bewegung aber wird Waͤrme fortgetragen. Wenn die erwaͤrmte Luft ihre Waͤrme ſo ſchnell ver⸗ breitete als das Waſſer, dann wuͤrden die Naͤchte in der heißen Zone weit kaͤlter ſein, und wuͤrde der Un⸗ terſchied der Waͤrme der Hoͤhen gegen die Niederun⸗ gen und der kalten Laͤnder gegen die heiße Zone geringer.

So wie dagegen die Waͤrme im Waſſeer ſich ſchnel⸗ ler verbreitet, ſo differirt die Hitze des Weltmeers unter dem Wendekreiſe wegen der ſchnelleren Verbrei⸗ tung weniger von der Temperatur des Meerwaſſers gegen die Pole, als die Hitze der Luft unter der ſenk⸗ rechten Sonne gegen die Regionen, wo ihre Strahlen unter ſchiefen Winkeln auffallen.

Die durch die Sonne erregte Waͤrme wird um ſo ſtaͤrker ſein, je mehr ihr Einfluß ſich dem Perpendikel naͤhert, alſo eine groͤßere Maſſe von Sonnenſtrahlen auf eine gleiche Flaͤche faͤllt. Daß aber der Sonnen⸗ ſtrahl an ſich gleich wirkſame Hitze erzeugt, das be⸗ weiſt das Brennglas, welches, wenn es die ſchiefen