Jahrgang 
1 (1825)
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die aber, eben durch die anfaͤngliche Unbekanntſchaft mit derſelben, als ſie ſich hier unter den Franzoͤſi⸗ ſchen Schaafen zeigte, großes Unheil ſtiftete.

Den Franzoͤſiſchen Schaͤfern verdanken wir aber nachſtehendes ſicheres Mittel:

Sobald ein Schaaf die Klauenſeuche hat, ſo ſchont es den kranken Fuß, bei genauer Unter⸗ ſuchung deſſelben findet ſich zwiſchen den Klauen an den inwendigen Rand, gemeinhin da, wo die Klaue mit der Haut verbunden iſt, eine rothe Stelle, welche allmaͤhlig in Eiterung uͤbergeht, einen furchtbar ſtinkenden Geruch giebt und eine ſo ſcharfe Feuch⸗ tigkeit gleichſam ausſchwitzt, daß die inwendige Schaale der Klauen ganz muͤrbe gefreſſen und broͤck⸗ lich wird. Zur Heilung dieſes Uebels muß mit einem ſcharfen Meſſer alles Schadhafte der Klaue ſauber abgeſchaͤlt und allmaͤhlig ſo tief weggeſchnitten wer⸗ den, daß die Stelle von allem Eiter rein wird. Alsdann muß mit einer Feder Vitriolſaͤure auf der ſchadhaften Stelle geſchmiert und nach Umſtaͤnden der kranke Fuß verbunden werden. Iſt das Aus⸗ ſchneiden der kranken Stelle gehoͤrig geſchehen, ſo pflegte das einmalige Einſchmieren mit Vitriol zu genuͤgen, um eine ſolche Stelle zu reinigen; iſt aber die Krankheit ſchon ſo tief eingewurzelt, oder kann man nicht beim erſten Schneiden tief genug kom⸗ men, ſo muß allerdings nach einigen Tagen dieſe Operation wiederholt werden. Es verſteht ſich von ſelbſt, daß man bei dieſer Krankheit, die ſehr an⸗ ſteckend iſt, das kranke Thier ſogleich von der Heerde trennen und vorzuͤglich vermeiden muß, daß das aus der Klaue Geſchnittene nicht zwiſchen den Klauen geſunder Schaafe kommen kann, weil ſonſt die Anſteckung unvermeidlich ſeyn wuͤrde.

Zu den unheilbaren Krankheiten der Schaafe gehoͤrt vorzuͤglich die Lungenfaͤule, welche aber alle⸗