Jahrgang 
1 (1825)
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iſt das ſicherſte Mittel, um eine Heerde, die nicht mehr fuͤr Anſteckung dieſer Krankheit zu bewahren iſt, zu erhalten.

Die geimpften Pocken kommen nur auf der Impf⸗ ſtelle und verhindern daher die Schaafe nicht am Freſſen und Schlucken; ſie ziehen nur einige Tage mit dem Fuße, wo die geimpfte Pocke ſich zeigt, und geben nur, wenn das Fieber eintritt, eine kurze Zeit das Zeichen, daß ſie krank ſind. Ein aufmerk⸗ ſamer Schaͤfer kann hierbei ſogleich bemerken, bei welchen Schaafen die Impfung wirkſam geweſen iſt. Auch giebt bei aͤrztlicher Unterſuchung die Impfſtelle bald die noͤthige Ueberzeugung. Wenn die Pocken ausbrechen, ſo zeigt ſich an der Impfſtelle ſchon am folgenden Tage eine Roͤthe, welche mit jedem Tage immer zunimmt, bis endlich die Pocke ſich voll⸗ ſtaͤndig ausbildet. Dagegen iſt die Verletzung mit der Spitze des Federmeſſers an der Oberhaut des Schenkels bei der Impfung der Schaafe ſo unbe⸗ deutend, daß, wenn die Limpfe nicht wirkt, die Impfſtelle bald heilt und mit jedem Tage die etwa⸗ nige Roͤthe ſich verliert.

Man muß bei der Impfung der Pocken ſich ſehr vorſehen, daß man, wenn die Puſtel ſchon in Eite⸗ rung uͤbergeht, nicht Eiter ſtatt Pockenlimpfe impft, denn dieſer Eiter erzeugt Geſchwuͤre, die, wenn ſie auch dem Nichtkenner als Pocken erſcheinen, doch nicht Pocken ſind und daher nicht fuͤr die Anſteckung der natuͤrlichen Schaafpocken ſchuͤtzen koͤnnen. Am beſten iſt die Schaafpocke zur weiteren Impfung, wenn ſie erſt eben vollſtaͤndig ausgebildet iſt und gleichſam als ein Opal verſchiedene Farben hat: faͤllt die Pocke erſt ein, ſo iſt es oft ſchon zu ſpaͤt, ſie zur Impfung zu benutzen.

Die Klauenſeuche iſt eine Schaafkrankheit, die wir bis zu der Zeit, als Schaafe aus Frankreich kamen, hier nur der Beſchreibung nach kannten,