Der Preis des Schlachtviehes iſt, vorzuͤglich in Mecklenburg, wo noch beim Verkauf ins Preußiſche Gebiet die hohe Abgabe gegeben werden muß, ſo herabgeſunken, daß der Beſitzer einer feinen Zucht⸗ Schaͤferei Futter und Weide hoͤher nutzen kann, als zum Fettmachen von Hammeln; daher kommt es, das ein feiner Hammel nicht mehr koſtet, als der Werth der Wolle betraͤgt, die er in einem Jahre giebt. Deßhalb kann eine Schaͤferei, in welcher nichts als feine Hammel gehalten werden, eine be⸗ deutende Einnahme bringen; der Verkauf der Schaafe macht es nur nothwendig, die Geſtalt der⸗ ſelben nicht unbeachtet zu laſſen. Bei reichlicher Nahrung von Jugend auf wird jedes Thier voll⸗ ſtaͤndiger, aber Fehler des Gebaͤndes, die in der Race liegen, erben fort. Bei einem Zuchtſchaafe iſt darauf zu ſehen, daß es nach Verhaͤltniß ſeiner ganzen Natur, einen moͤglichſt großen Rumpf haben muß, denn der Leib traͤgt die mehrſte und ſchoͤnſte Wolle, die Beine muͤſſen ſtark und bewachſen ſeyn, aber nicht lang, der Ruͤcken der Schaafe muß lang, grade und breit ſeyn, der Hals dick, der Kopf kurz. Schaafe dieſer Art ſind viel dauerhafter, als die hochbeinigen, langhaͤlſigen, mit ſchmalem krummen Ruͤcken und langen kahlen Koͤpfen; auch tragen dieſe weit mehr Wolle.
Wenn gleich, wie fruͤher ſchon geſagt iſt, das Gedeihen einer Schaͤferei hauptſaͤchlich von der Nahrung derſelben abhaͤngt, ſo erfordert doch auch die Geſundheit der Schaafe eine ſtete Aufmerkſam⸗ keit, da die Reitzbarkeit ihres Koͤrpers ſie fuͤr viele Krankheiten ſehr empfaͤnglich macht und alle an⸗ ſteckende Krankheiten ſich ſchnell in einer Schaͤferei verbreiten. Es iſt daher nothwendig, ſobald man Veranlaſſung zu beſorgen hat, ein Schaaf koͤnnte Raͤnde, Pocken, Klauenſeuche oder ſonſt eine an⸗ ſteckende Krankheit haben, das kranke Thier ſogleich


