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Rocken kann der dürre Wind nachtheilig gewesen seyn, indem er seine Wurzel entblößt hat; aber die⸗ ser kömmt, zumal in diesem Jahre, nicht in Be⸗ tracht. Für den Klee sind manche besorgt, da er erstöspät gelaufen war, und sich nicht stark bewur⸗ zelt hatte; desgleichen für die Winter-Rübsaat, die zum Theil stark geschossen war, und schon die Blü⸗ the im Munde hatte. Die jezt vorhandene starke und gleich vertheilte Schneedecke kann vieles wie⸗ der gut machen.
Ein großes Uebel scheint der tief eindringende Frost verursacht zu haben, nemlich das Verfrieren vieler in Kellern und Gruben aufbewahrten Kar— toffeln. Sie machten sich schon vor dem Froste selten, theils weil sie nicht vorzüglich gerathen wa⸗ ren, theils weil in manchen Gegenden, bey der Theu⸗ rung des Korns, eine unglaubliche Consumtion davon gemacht worden ist. In vielen Dörfern hat der Bauer und in Städten der gemeine Mann, nur des Mor⸗ gens Brod, Mittags und Abends aber Kartoffeln mit Fleisch gegessen. Sollten die Kartoffeln wirk⸗ lich ganz ausgehen, so könnte dies auf die Korn— preise wieder einen merklichen Einfluß haben. Und zu besorgen ist es, daß nur Wenige sie vorsichtig genug verwahret haben, da man dies bey dem ge—⸗ linden Froste oder dem hohen Schnee der vorherge⸗ henden Winter nicht nöthig erachtete. Man hat erfrorne Kartoffeln dadurch conservirt, daß man sie im kalten Wasser aufthauete, durchschnitt und so⸗ fort im Backofen trocknete; da sie dann gekocht für das Vieh und auch zur Mehlbereitung sehr brauch⸗ bar geblieben. Wer die Gelegenheit dazu hat, lasse sich die Mühe nicht verdrießen.
Die um Michaelis allgemeine Besorglichkeit vor Futtermangel ist durch den milden Herbst und durch
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