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alte Pferde, wegen des hohen Kornpreises, um ei— nen wohlfeilen Preis.“
Die Nachrichten aller unserer Correspondenten stimmen also darin überein, daß das verflossene Jahr nicht zu den wirklichen Miswachsjahren zu rechnen sey. Wenn wirklicher Getreide-Mangel vorhan— den wäre, so müßte der Ackerbau in Niedersachsen noch weit zurück seyn, und die Production jetzt un⸗ ter allem Verhältnisse gegen die Consumtion bey unserer allerdings sehr vermehrten Menschenzahl ste— hen. Was würde dann die Folge bey wahrem Migwachse seyn?
Allein für dießmal ist ohne Zweifel der anschei— nende Mangel blos eingebildet und erkünstelt; und er könnte nur bey einem Misrathen der diesjähri— gen Saat wirklich werden, für welche aber, Gott Lob! grade der entgegengesetzte Anschein vorhan— den ist.
Wir haben im verwichenen Monate Januar ei— nen anhaltenden Frost mit sehr strengem Ostwinde gehabt, welcher dem unbedekten Boden allen Wär— mestoff tief entzog, so daß der Frost drey, an eini— nigen Orten vier Fuß in die Erde drang. Man hat daher ein auf sandigem Boden seltenes Phäno— men in hiesiger Gegend bemerkt, daß nemlich der Erdboden betrachtliche Risse bekam, die sämmtlich von Osten nach Westen liefen. Der Grad der Kälte war an sich so heftig nicht— hier, nach meinen Bemerkungen, nicht unter 155 Reaumur— aber des strengen Ostwindes wegen sehr empfindlich. Der gut bestaudeten Rockensaat hat er gewiß keinen Schaden gethan, auch, so viel ich weiß und glaube, der Weizensaat nicht. Dem ganz spät gesäeten


