Jahrgang 
4 (1802)
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ber. Bey wirklich geringerem Kornvorrathe ließ die schlechte Bestellungszeit, die Verheerungen der Mause und Schnecken einen gefährlichen Mißwachs ahnden. Gottlob findet jezt das Gegenthell Statt. Wir haben eine so günstige Witterung zur Bestellung und Besaa⸗ mung des Winterfeldes gehabt; die Saat hat auf jeder Bodenart sich so kräftig und gesund bestaken können, ist von allen Herbstfeinden so verschont geblieben, wie ich mich ausser im Herbste 1793, auf welchen auch das fruchtbarste Kornjahr folgte, kaum erinnere. Zur Vorbearbeitung des Sommer- und Brachfeldes ist die Witterung, nach vollendeter Winteraussaat, noch lange genug günstig geblieben, um jedem thätigen Landwirth diese zür Pflicht zu machen. Boden jeder Art ist dem Pfluge und der Egge gehorsam, und durch seine Krume fur die wohlthatige atmosphärische Einwirkung empfang lich gewesen. Dies giebt eine große Wahrscheinlichkeit für eine reiche Erndte. Denn wenn gleich jedes Feld noch manchem Unfalle ausgesetzt ist, so kann doch kaum irgend ein Uebel den Ackerbau so allgemein treffen, als eine schlechte Bestellungszeit, und keine erwünschte Wit⸗ terung würde sie vollig ersetzen. Wenigstens zur Halfte ist die Hoffnung auf eine gute Erndte schon begründet. Sichert sie ein gutes Frühjahr, so wird sich allenthalben Ueberfluß zeigen, und diejenigen, welche in Erwartung noch höherer Preise aufgeschüttet haben, sich sehr ge täuscht finden.

Die Besorgniß wegen Mangels an rauher Futte rung, die vor Michaelis, als uns ein früher Winter zu drohen schien, besonders dringend wurde, ist schon zum Theil durch die bisherige milde Witterung, wobey der größte Theil der Landwirthe Futterung und Streuung sparte, gehoben worden. Jeder hat in den verflossenen Jahren Sparsamkeit gelernt. Die gute Herbstwitterung hat an vielen Orten die Gelegenheit, Strohsurrogate zu sammlen und einzufahren, begunstigt.

Bei jener ängstlichen Besorgniß bot man in man chen Gegenden das Vieh zu sehr geringen Preisen feil, um sich eines Theils zu entledigen. Es fanden sich aber keine Kaufer. Jezt freuet man sich, es behalten zu haben. Denn in der Hoffnung eines milden Fruhjahrs ist man ausser Sorge.

Pferde werden allenthalben abgeschafft und die ab gängigen in ganzen Schaaren geschlachtet. Selbst die