Jahrgang 
1838
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die ersten beiden Abschnitte des Berichtes bilden und denen ein genaues Verzeich- niß der Theilnehmer ,an der Versammlung angefügt ist, verursachten die im dritten Abschnitt mitgetheilten Auszüge aus den Sitzungsprotokollen.

Da es uns gelungen war, zum Niederschreiben der Verhandlungen einen Geschwindschreiber zu bekommen, der gewissenhaft jedes gehörte Wort aufzeich- nete, glaubte ich, es mir sehr leicht damit machen zu dürfen, und nichts weiter nöthig zu haben, als die auf diese Weise gewonnenen voluminösen Protokolle durchzugehen, Enzelnes darin zu streichen, etwa eingeschlichene Fehler zu be- richtigen, manches Vergessene aus dem Gedächnisse nachzutragen und einzelne Ausdrücke zu verbessern 3; übrigens aber das Ganze unverändert lassen zu können. Bei einer nähern Untersuchung ergab sich jedoch, daß dieses rein unmöglich ge- wesen wäre. In der Gestalt, wie es der Stenograph niedergeschrieben, konnte Vieles dem Publikum nicht vorgelegt werdenz denn nicht selten würde das Le- sen der Protokolle höchst langweilig geworden sein, wenn man Alles wörtlich hätte abdrucken lassen wollen, was in den Sißungen gesprochen wurde. Auch zeigten sich viele Reden, die bei einer raschen mündlichen Verhandlung den Hörer befriedigen mochten, nicht geeignet, bei dem langsameren und aufmerksameren Le- sen Theilnahme erwecken zu können, sie waren daher wohl nur ganz kurz, ihrem Sinne nach, mit Umgehung der wirklich gesprochenen Worte, mitzutheilen. Die Masse des Gegebenen war ferner zwar ungemein groß, aber hier und da ent- dete ich doch bedeutende Lücken, und das gerade bei solchen Gegenständen, wo sie recht empfindlich waren. I< läugne nicht, daß mich bei dieser Wahrnehm- ung eine Art Verzweiflung ergriff, und mehre Tage ernsten Nachdenkens nöthig waren, ehe es mir gelang, über die Behandlung der Protokolle mit mir einig zu werden,

Hätten dieselben, wie es gewöhnlich, wenn kein Schnellschreiber angestellt wird, der Fall ist, nur eine kurze Uebersicht des Verhandelten, das gewonnene Resultat mit Anführung der wichtigsten gesprochenen Worte gegeben, so würde sich die Sache leichter gemacht haben, weil dann nichts weiter erforderlich gewe- sen wäre als eine sorgfältige Sichtung und Ausfeilung des kurz Niedergeschrie- benen. Eine größere Ausführlichkeit und Vollständigkeit konnte unter solchen Um- ständen nicht verlangt werden, sie würden aber im vorliegenden Falle gewiß nicht genügt haben; denn warum hätte man denn einen Stenographen bezahlt, wenn man nicht die Absicht gehabt hätte, daß durch die Bearbeitung des von ihm Niedergeschriebenen ein Jeder, der selbige lese, er möchte nun. dabei zugegen ge- wesen sein oder nicht, eine genaue und bis in die kleinsten Theile ausgeführte Darstellung der Verhandlungen erhielte? Jener zur lebhaften Erinnerung an dieselben, dieser zur deutlichen Erkenntniß des Erstrebten und Geleisteten.

Von dieser Ansicht ausgehend, hielt ich es endlich für das Beßte, folgender- maßen zu verfahren: von allen minder wichtigen oder zu lang ausgesponnenen Verhandlungen soliten nur die gewonnenen Resultate, eine kurze Uebersicht des Gesprochenen, mit seltner wörtlicher Anführung der einzelnen, mir vorzüglich bedeutsam vorkommenden Reden gegeben, dabei jedoch nichts ganz ausgelassen, oder übergangen werden, was nur einigermaßen die Aufmerksamkeit des Lesers

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