Ic hielt es für meine Schuldigkeit, dieß öffentlich bekannt zu machen, um meinen Freund und Mitherausgeber dieses Berichts, der durch dessen Beiträge jedenfalls nicht wenig gewonnen hat, von allen darin begangenen Schriftsteller- sünden zu reinigen, und dieselben durch mein offenes Bekenntniß allein auf mich zu nehmen, bitte nun aber auch, die Gebrechen des Geleisteten wohl erkennend, um die Erlaubniß, ein paar Worte zu meiner Entschuldigung und Rechtfertig- ung sagen zu dürfen.
Die Anordnung und Ausarbeitung dieses Berichtes zeigten sich mir in der Wirklichkeit ungleich schwieriger und mühevoller ,. als ich bei Uebernahme dersel- ben, von dem dazu mir gewordenen Auftrage hochgeehrt mich fühlend, vermuthet hatte, und ich gestehe, daß ich, mit jenen Schwierigkeiten früher bekannt, die- sen Auftrag wohl abgelehnt haben würde; denn ich bin dadurch, wenn ich Alles zusammenrec<hne, mehr als zwei volle Monate hindurch um alle Zeit gekommen, die ich meinen Berufsgeschäften abmüßigen konnte, war troß aller Anstrengung nicht im Stande, die voreilig gegebene Zusage, daß zu Weihnachten vorigen Jahres der Bericht vollendet sein solle, zu erfüllen, und muß demnach schon um deswillen beinahe befürc<hten, daß mich der Beifall des auf die baldige Erschein- ung dieses Werk<ens harrenden Publikums keineswegs für meine große damit gehabte Mühe auch nur einigermaßen entschädigen werde,
Als ich im November vorigen Jahrs, wo ich erst die dazu nothwendigen Ma- terialen, die Protokolle 2c. zum größten Sheile(Vieles ist späterhin noch einge- gangen) zusammenzubringen vermochte, meine Arbeit begann, zeigte sich mir schon eine große Schwierigkeit darin, die beßte Anordnung des zu Gebenden zu treffen. Es würde nämlich die bloße Veröffentlichung des Hauptinhalts der bei den Verhandlungen geführten Protokolle wohl allenfalls den dabei Anwesen- den, denen das Uebrige bekannt war, jedoch keineswegs Anderen, die an der Versammlung nicht Theil nahmen, diesen Bericht aber gerade am eifrigsten lesen möchten, genügt haben. Für diese erschienen außerdem noch eine genaue Dar- legung des ganzen Hergangs der Sache, eine Geschichte der Entstehung des Ver- eins, und eine Beschreibung der während seines Beisammenseins auch außer den Sißkungen stattgehabten Vorgänge als dringend nothwendig, wie denn solche auch bei näherer Betrachtung zur Vollständigkeit des Ganzen gehören und den wirklichen Theilnehniern an der Versammlung eine angenehme Erinnerung an manches während ihres Beisammenseins Erlebte bieten möchten. Ich entschloß mich daher zu einer Ausarbeitung derselben und gestehe gern, daß mich das Beispiel, welches die Bearbeiter des amtlichen Berichts über die vierzehnte Ver- sammlung deutscher Naturforscher und Aerzte zu Jena 1836 gegeben haben, in meinem Entschlusse bestärkte, Dieser dürfte sonah wohl Entschuldigung und Zu- stimmung erhalten, weniger seine Ausführung, die, weil ich mich kurz fassen wollte und die Gabe schöner Rede nicht besiße, etwas troen und dürftig aus- gefallen, indessen doc<h wohl hinreichend ist, ein treues Bild von dem Ganzen, einen deutlichen Begriff von dem im Allgemeinen herrschenden Geiste der Ver- sammlung au denen zu geben, die ihr nicht beiwohnten.
Mehr Schwierigkeiten noh als jene Geschichte und Beschreibung, welche


