Jahrgang 
1842
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Nr. 86 der Hauptfragen:

Sind wesentliche Verbesserungen mit der Construction der Dorn'schen Dächer vorgenommen? wie lange haben sie sich bewährt, und worin bestehen sie?

gab zu vielseitigen interessanten Mittheilungen und Erörterungen Veranlassung, deren Inhalt sich etwa dahin zusammenfassen läßt: Die Feuersicherheit der Dorn'schen Dächer ist vielfach bestätigt, auch hat sich manches Dach, genau nach Dorn'scher Vorschrift gelegt, seit einer hinlänglichen Reihe von Jahren in allen übrigen Beziehungen bewährt, und wenn auch eine große Zahl von trauri gen Resultaten des Gegentheils vorliegen, so ist doch ebenso fest die Hoffnung begründet, daß neue und bessere Verfahrungsarten die von Dorn glücklich und geistreich angeregte Idee zur Vollkommenheit führen werden. Unter den Mitthei lungen über die neuen Verbesserungen war diejenige die erheblichste, wornach ein Dorn'sches Dach mit einer einfachen Lehmlage durch obenaufgelegtes getheertes und gesandetes(mit heißem Sand bestreutes) Papier alle von oben kommenden nachtheiligen Einflüsse am besten abzuhalten im Stande sei. Dr. F. Schulze.

Disrt e ie uen g. Am 6. September.

Herr Oberamtmann Jacobs eröffnete die heutige Sitzung mit der Anzeige, daß der Herr Gutsbesitzer Kögel, bisheriger erster Vorstand, Doberan bedauerlich habe verlassen müssen, von ihm deshalb das Präsidium übernommen sei, und nach dem der bisherigen umsichtigen und sachkundigen Leitung der Sectionsverhandlungen Seitens des Herrn Kögel von ihm gebührend gedacht, bat er um Erwählung eines andern Vorstandes für denselben. Die Versammlung beschloß jedoch, da muth maßlich die nur noch wenigen zur Erörterung vorliegenden Fragen in der heutigen Sitzung ihre Erledigung finden dürften, diese Wahl um so mehr zu unterlassen, als man sich überzeugt hielt, daß das Präsidium in den alleinigen Händen des Herrn Oberamtmann Jacobs allen Ansprüchen, wie nur zu wünschen, unzwei felhaft entsprechen werde.

Wenn gleich nun statutenmäßig ein einmal abgeschlossen verhandelter Gegen stand nicht wiederholt zur Berathung gestellt werden soll, so fand sich der Herr Vorsteher dennoch veranlaßt, der in der gestrigen Sitzung besprochenen Dorn'schen Dachbedeckung noch einmal zu erwähnen, vornehmlich auch aus dem Grunde, weil dem Vernehmen nach noch mehre heute anwesende Sachverständige hierüber ihre Ansicht mitgetheilt haben würden, hätten sie überhaupt gewußt, daß dieser Gegen stand in der gestrigen Sitzung zur Sprache käme. Zunächst nun ließ Herr Land⸗ baumeister Hermes aus Schwerin sich hierüber vernehmen. Seine Ansichten, die den Beifall der Versammlungsmitglieder fanden, versprach derselbe, auf dieser halb an ihn gerichtetes Ansuchen, in einem besondern Aufsatze niederzulegen, der denn auch von ihm abgegeben und diesem Protocolle sub A angelegt worden. Bei der geführten wiederholten Discussion über die Dorn'schen Dächer stellte sich die Erfahrung heraus, daß gerade Lohe, das von Dorn gewählte Bindungs⸗ mittel, der Haltbarkeit der Dächer besonders nachtheilig sei. Herr Dr. Schulze wies zur Erklärung dieses Umstandes darauf hin, daß dieses vielleicht in der chemischen Einwirkung des in der Lohe noch befindlichen Gerbestoffes auf den Theer seine Ursache habe und eben deshalb auch die hier und da zur Anwendung gebrachten Sägespähne harter Hölzer, als Surrogat für Lohe, wegen ihres Gehaltes